Gegenwärtiges und Vergangenes

Kategorie: Hanna und Axel (Seite 4 von 4)

Die Woche (KW39. 21.-2809.2025)

Diese Woche war, wie bei alten Leuten üblich, den Gesundheitsthemen gewidmet. Am Montag hatte Hanna einen Termin bei unserem Hausarzt und ich hab mich gleich angeschlossen, da ich noch einige Fragen beantwortet haben wollte. Wie es so sein sollte, war der Fahrstuhl am Wochenende mal wieder stehen geblieben. Wahrscheinlich hatten einige Leute ihn beim Auszug aus dem Haus mit ihren Umzugskartons überlastet. Demnach hieß es nach dem Termin Treppen steigen. Das war so ein Tag, wo dann alle Ringe der Aktivitäten auf der Apple Watch geschlossen waren. In den nächsten Tagen merkte ich noch deutlich den Muskelkater in meinen Oberschenkeln.

Am Dienstag hatte ich wieder einen Auswärtstermin, da ging der Fahrstuhl dann wieder. Es ging um eine Maniküre oder umgangssprachlich um das Schneiden meiner Fingernägel, dass ich selber nicht mehr so richtig machen kann. Ich hatte mal wieder einen Termin im Salon meines oder unseres Vertrauens. Das ging eine Zeit lang nicht, da die Besitzerin zutiefst depressiv war Nach diesem Termin kann ich es auch verstehen, es steht alles im Zusammenhang mit der Gentrifizierung unseres Stadtteils: sie hatte eine Mieterhöhung erhalten von offensichtlich 700 € auf 1800. Da kann man durchaus depressiv werden. Offensichtlich war das aber gegen den Mietvertrag und einer inkompetenten Hausverwaltung geschuldet. Die Hausverwaltung wurde mittlerweile durch eine andere ersetzt, die verhandlungsbereit ist und bei der die neue Miete in “nur” 1100 oder 1200 € betragen soll. Zwischenzeitlich waren wir einmal bei einem vietnamesischen Nagelstudio. Diese sind aber eher so eine Art Massenabfertigung oder Fließbandarbeit. Und man verdächtigt die vietnamesischen Studios nicht nur der schlechten Behandlung ihrer Mitarbeiterinnen und des illegalen Schleusens, vielleicht auch der Geldwäsche. Ich kann unserem Studio, das von einer Deutschen türkischen Hintergrunds geführt wird, alles Gute wünschen.

Am Mittwoch war Hanna dann beim Zahnarzt und ich habe die Gelegenheit benutzt, einen hörtest in einer Firma für Hörgeräte zu machen. Vor dreieinhalb Jahren war ich schon einmal da und wollte das diesmal noch einmal wiederholen. Vielleicht hat sich nicht getan, aber eine leichte Hörschwäche wurde festgestellt und die Akustikerin meinte, sie ist dafür, eher früher als später mit einem Hörgerät anzufangen. Ich werde also demnächst einmal zu einem HNO-Arzt gehen, um zu schauen, ob er der gleichen Meinung ist.

Am Mittwoch kam dann auf WhatsApp noch die Nachricht von meinem Freund Peter, dass er eine Cap abzugeben hat und dass ich interessierte, melden sollten. Ich habe mein Interesse bekundet unter der Voraussetzung, dass sie für mich groß genug ist, ich habe mit Hüten so mein Problem. Ich muss wohl einen ziemlichen Dickschädel haben. Aber die angegebene Größe von 60 und dann noch groß ausgefallen, macht mir Hoffnung, dass es klappen könnte. Am Freitag wurde die Cap dann schon bei von DHL vorbeigebracht und siehe da, sie passte.

Bild der Woche

Ansonsten macht mir mal wieder mein chronischer Darm etwas Ärger. Aber das ist eine andere, etwas privatere Geschichte.

Aus dem Takt

Letzten Montag hatte ich mal wieder die Gelegenheit mit einem Blaulichttaxi in das Klinikum am Friedrichshain verfrachtet zu werden. Mein Puls war im Ruhezustand bei 150 und meine Smartwatch hatte mich deshalb angemeckert.

Man will ja nicht den Notruf überfrachten, insofern hatte ich den kassenärztlichen Notdienst angerufen. Die leiteten den Fall aber an den Rettungsdienst weiter und so kam der Arbeiter-Samariter-Bund mit dem Rettungswagen. Die üblichen Maßnahmen, darunter ein EKG, ergaben, dass ich offensichtlich an Vorhofflimmern beziehungsweise Herzrhythmusstörungen leide. Also ging es ins Krankenhaus.

Um es kurz zu machen: ein Herzkatheter ergab nichts richtig Auffälliges, auch irgendwelche Stents wurden nicht gesetzt. Nach zwei Nächten wurde ich wieder entlassen..

So eine Notaufnahme ist ein interessanter Querschnitt durch die Gesellschaft. Neben mir lag ein tätowierter absolut Mensch, der sich die Seele aus dem Leib spuckte, offensichtlich wegen einer Magenschleimhautentzündung. Er machte sich Sorgen, um seine Katze zu Hause und war offensichtlich vorher schon einmal nicht im Krankenhaus geblieben, der Kompromiss war, dass er sich in der Notaufnahme in einer ruhigen Ecke erst einmal ausschlafen durfte.

Dann war dann noch Herr M., der offensichtlich nicht wusste, wo er war. Bei ihm hatte seine Bank den Rettungsdienst gerufen, weil er in der Filiale offensichtlich auf dem Boden saß und nichts machte. Er wurde, nachdem er mehrfach versucht hatte, zu gehen, letztendlich in ein Taxi gesetzt, um nach Hause zu fahren, wobei Pfleger dem Taxifahrer noch 20 € gab, um die Fahrt abzudecken.

Da war das dunkelhäutige Paar aus Norwegen, dass sich mit dem Personal auf Englisch verständigte, und erzählte, dass es mit dem Auto auf Besuch in Berlin sei. Worum es dabei ging, blieb mir unklar.

Kurz nachdem ich wieder zu Hause war, hätte ich eigentlich einen Termin bei meinem Hausarzt gehabt. Aber nach diesem Krankenhaus hatte ich da nicht recht Lust zu und deshalb nahm Hanna diesen Termin war, weil auch sie mit dem Arzt zu sprechen hatte. Und ihr gegenüber sprach er, nachdem sie ihm den Arztbrief aus dem Krankenhaus gegeben hatte, davon, dass der Herzkatheter nicht notwendig gewesen wäre und man das auch hätte anders lösen können. Zudem riet dringend davon ab, die vorgeschlagene Ablation des Herzens vorzunehmen.. Dabei wird mit einer Sonde ins Herz vorgedrungen, die Herzklappe durchstoßen und Gewebe im Linksherz verödet. Mittlerweile habe ich auch gelesen, dass diese Operation in meinem Alter eigentlich nicht notwendig ist..

Der nächste Krankenhaustermin liegt an. Am Mittwoch will man bei mir eine Nierenbiopsie vornehmen. Sicherheitshalber werde ich morgen meinen Hausarzt fragen, ob er das auch nicht für notwendig hält.

Geburtstagsessen im Rutz-Zollhaus

Gestern hatte Hanna Geburtstag und wir hatten geplant,schön essen zu gehen. Die Wahl war gefallen auf das Rutz-Zollhaus, ein Ableger des einzigen drei Sterne Lokals in Berlin, des Rutz. Das Haus hat (noch) keine Sterne, sondern bietet regionale Küche 2.0. Ein sehr schönen Tisch auf der Terrasse direkt am Landwehrkanal und das Wetter passte auch.

Wie man sieht, musste das Essen natürlich dokumentiert werden, waswir beide auch fleißig taten.

Links: Gebackene grüne Erbse & Paprika, Joghurt, eingelegte Radieschen

Rechts: Tatar vom Holsteiner Weideochsen & eingelegte Gurke, geräucherte Crème Fraîche, Forellenkaviar, Speckstaub

Haselnusskaltschale & Fichtenöl, Kohlrabi, Rauchforelle, Forellenkaviar

Blutwurst auf Kartoffelpüree (genaue Zusamemensetzung vergessen)

Gegrillter Kopfsalat & ausgelassener Landspeck, Honig-Estragon-Vinaigrette

Nackensteak vom Iberischen Schwein aus Westfalen, Schweineragout, dreierlei vom Spargel, geröstete Brotwürfel

 

 

Erdbeergranite & Schokoladenerde, Waldmeister, Sauerklee, Honig

Alles war sehr gut, natürlich mit gewissen Vorlieben. Das Tatar war ungewöhnlich, aber sehr schmackhaft, da durfte ich die Hälfte von Hannas Teil mitessen, weil das nicht so ihr Ding ist. Die Praline war gut. Mir hat der gebratene Salat nicht so gut gefallen, einmal weil er zwar warm, aber nicht richtig gebraten war, es fehlt ein paar Röstaromen und die Vinaigrette war mir zu oft zu sehr auf der sauren Seite. Hanna, dagegen fand den Salat gut, weil die Sauce sie an die ihrer Mutter erinnerte. Der Hauptgang rief gemischte Gefühle vor. Hanna mochte das Nackensteak nicht, weil sie kein Fleisch mit einem höheren Fettanteil mag aber die Sauce fand sie toll. Mir hat es geschmeckt. Ich fand es aber nicht überwältigend, interessant die Spargelbeilage. Der Nachtisch war wieder Spitze.

Highlight der Speisenfolge war allerdings die Haselnusskaltschale.

 

Das war unsere sehr angenehme Weinbegleitung, ein säurearmerTrollinger, genannt Sine (ohne) ohne Zusätze und auch ohne Druckerschwärze. Deswegen war das vordere Etikett leer und Hanna bekam ein Stift, um es nachgeben zu verzieren.

Fazit: Es würde mich nicht wundern, wenn auch dieses Restaurant irgendwann einmal einen Stern bekommen würde. Vor einigen Jahren hatten wir am an meinem Geburtstag im Skykitchen gegessen, das ein Stern hatte, aber hier fanden wir es dann doch prinzipiell ein wenig besser

Spraydate

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Screenshot aus dem schwedischen digitalen Internetmuseum

Als ich nach Berlin kam, meldete ich mich bei einer relativ neuen Seite an, bei der man Kontakte und Freunde finden konnte, da ich in Berlin niemand kannte damals. Spray Date war eine schwedische Webseite, die kurz vorher (1999) ins Netz gegangen war und die damit eine der ersten Kontaktbörsen im Netz darstellte. Und auf dieser Seite traf ich dann auf Hanna.

Nachdem wir einige Zeit gechattet hatten, verabredeten wir uns dann zu einem Date im Spinnrad in der Wiesbadener Straße in Berlin. Das war rund um meinen Geburtstag im Jahr im August 2000. Ich weiß noch genau, dass ich eine schwarze Jeans und ein schwarz-rotes T-Shirt anhatte, es war warm und Hanna wartete im Garten der Kneipe auf mich. Um sicher zu gehen, hatte sie ihre Freundin Elisabeth, eine schwedische Professorin, als Chaperon (Anstandsdame) bei sich.

Wir hatten einen schönen Abend, einen sehr langen Abend, und so fing es an.

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