Gegenwärtiges und Vergangenes

Kategorie: Jugend

Geburtstagswochen – Teil 3: Bahnreisen

AD69C8C0 0FFB 4D8E BC14 3CF7EE370F64_1_105_c.

Blick von Gleis 5, Hamm (Westf) Hbf

Im letzten Jahr Hatten wir gute Erfahrungen mit FlixTrain gemacht auf unserer Reise nach Hornbostel. Der Zug war auf der Hin- und auf der Rückreise pünktlich, und er war günstig. Vielleicht ein wenig eng, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte. Und da die Gesellschaft alle benötigten Teilstrecken (Berlin-Hannover, hannover-Hamm, Hamm-Berlin) abgedeckte, habe ich das alles gebucht.

Zwei Tage vor unserer geplanten Reise fing es an: der Zug von Hannover nach Hamm wurde abgesagt. Natürlich schwierig kurzfristig einen Ersatz zu finden. Also buche ich zwei Plätze, bei der DB und weil der Aufpreis nur gering war, gleich erste Klasse. Kurz vor der Fahrt von Berlin nach Hannover wurde auch dann dieser Zug abgesagt. Also wieder Ersatz gebucht und ihr wisst, dass kurzfristige Buchungen meist teuer sind. 

Der Zug von Berlin nach Hannover kam dann pünktlich, allerdings herrscht am Bahnsteig heillose Verwirrung, denn sowohl auf Gleis sieben als auf Gleis acht fuhr fast gleichzeitig zwei ICEs nach Köln ein. Einnahme davon war heillos, verspätet, da pünktlich war allerdings unser, den wir dann auch gefunden haben. Der Zug pünktlich ab und war auch pünktlich angekündigt, bis er dann in Wolfsburg länger stoppte. Irgendwann kam die Ansage. Wegen einer Störung müsste der Zug einen Umweg fahren. Dieser Umweg gegenüber Braunschweig und nichts wurde es mit pünktlich. Die Ankunft in Hannover erfolgte mit einer Dreiviertelstunde Verspätung.

Gute Fahrt von Hannover nach Hamm in der ersten Klasse funktionierte dann wunderbar, der Zug fuhrf pünktlich los und kam sogar überpünktlich an. 

Mein Verdacht war ja, dass der Flix Train nicht fuhr wegen der heißen Temperaturen und weil sie Angst hatten, dass die Leute in ihren nicht klimatisierten Zügen umkippen. Und richtig, auch der Zug von Hamm nach Berlin wurde einen Tag vorher abgesagt wir mussten wieder auf DB umbuchen. Und richtig, die Anzeigetafel am nächsten Tag in Hamm vermarktet den Flix Train als abgesagt wegen Unwetter.

Der Zug nach Berlin fuhr dann pünktlich ein und schafft es auch bis kurz vor Berlin mit maximal eine Verspätung von 5 Minuten zu fahren. Vor Spandau blieb der Zug dann stehen, und nach einiger Zeit wurde eine Umleitung angekündigt wegen einer Weichenstörung. Es gab einen Umweg über Potsdam und die Verspätung stieg mit dem Stop and Go des Zuges immer weiter an. Und kurz vor einfach in den Hauptbahnhof. Von Berlin blieb der Zug noch einmal einige Zeit stehen wegen angeblicher Personen im Gleis. Das summierte sich dann auch auf fast 1 Stunde Verspätung.

Wenigstens funktionierte die Klimaanlage in den Zügen der Deutschen Bahn.

21835A89 25E5 42C7 B51C 73E4A633FCF2_1_105_c.

Hanna im ICE

Video des Tages

Geburtstagswochen – Teil 2: Münster

215B1891 5DC7 4D3E 9A81 52E58B2CA8BF_1_105_c.

Haus von Birgit und Hermann

Am Sonntag, also an Hannas Geburtstag, fuhren wir mit der Bahn weiter nach Hamm in Westfalen. Dort wurden wir von Birgit und Hermann abgeholt. Birgit ist eine alte Reiterfreundin von Hanna aus Berlin, die sie schon lange nicht mehr ausführlich gesehen hatte. Mit einer Unterbrechung meine Schwester von Birgit, damit sich Hanna Pferde angucken konnte, gehe jetzt dann weiter nach Münster. Dort waren wir für drei Nächte im Hotel Brintrup gebucht. In unserem Alter ist es halt zu viel Arbeit und schwer, Gäste zu Hause aufzunehmen, das würden wir jetzt eher auf so machen.

35B824C0 AD37 4E51 9449 D7AB28574259_1_105_c.

Käseplatte zur Begrüßung

Nach dem Begrüßungessen ging es dann ab ins Hotel, wir waren nach der Fahrt rechtschaffen müde.

CF6EA8A2 D825 4C20 AA99 FBF65C83C873_1_105_c.

Kutschenförmiges E-mobil

Am Montag war dann eine Stadtrundfahrt in Münster angesagt mit dem Gefährt oben. Sieht aus wie eine Kutsche, ist aber keine. Starte Pferde einen eingebauten Elektromotor, mit dem sie auch durch die vielen für Fahrzeuge gesperrten Straßen in Münster fahren konnte.

Der Fahrer war sehr kundig und hat uns auf eine schöne Rundtour durch Münster begleitet.

61191281 9A8E 4A78 959C B71F0981C9E1_1_105_c.

Fahrradparkplatz in Münster

Münster hat es ähnlich gemacht, wie Frankfurt mit dem Römerberg. Die Stadt wurde bis auf wenige Teile stark zerstört im zweiten Weltkrieg. Aber die Stadt beschloss, das meiste nach alten Plänen wieder aufzubauen. Deswegen sieht die Altstadt aus wie vor ein paar Jahrhunderten.

65A8B426 BEBD 4103 92A3 584283525728_1_105_c.

Innenstadt von Münster

Zum Abschluss des Besuches in der Innenstadt nahmen wir ein Getränk zu uns im Café 1648. Auf dem städtischem Gebäude im zwölften Stock bietet es ein sehenswerten Überblick über die Stadt. Münster. Nach einer kurzen Rundfahrt in der Umgebung ging es dann zurück zum Haus von Birgit und Hermann. Dort gab es ein Abendessen mit Nudeln in Tomaten-Shrimp-Soße.

Am nächsten Tag stand eine Rundfahrt durch das zweite Umland auf dem Programm. Wie sahen die Schule der Finanzbeamten in NRW, vielleicht besser bekannt als Schloss Nordkirchen. Leider mal das Schloss eingerüstet und bot keinen günstigen Anblick ohne Autos oder Baustelle.

6003CE35 9468 47E3 A5CB 091C4D8B67AA_1_105_c.

hanna, vor der Burg Vischering

Weiter ging es dann zur Burg Vischering, einer sehr ansehnlichen Wasserburg. Dort gibt es einen kleinen Laden mit einem so genannten Brot Sommelier. Sowohl Birgit kaufte dort ein Brot als auch Hanna, ein Rosinenbrot, was in den letzten Tagen in Berlin genossen haben.

8AA34D04 9CCC 4763 B17A CAF2205C8402_1_105_c.

Kirchplatz in Werne

Zum Abschluss der Rundfahrt ging es noch in die Heimatstadt von Birgit, Werne. Danach zurück und es wurde den Rest des Tages ausgeruht. Hanna und ich verzogen uns in den Schatten.

Im Schatten wurden wir von Hunden besucht und Hanna freut sich über das Bild von mir mit den zwei Dackel. Dazu muss man sagen, dass Birgit Rauhaardackel gezüchtet hat und es da nur natürlich ist, dass bei unserem Besuch 3-4 Rauhaardackel um uns herumliefen.

Axel mit Dackel

Video des Tages

Geburtstagswochen – Teil 1: Hornbostel

77FC93AD 28A7 4715 BE8E A924FF3083DC.

Geburtstagsanzeige im Festzelt

Am letzten Freitag ging es los in die Heide nach Hornbostel. Anlass war der 75. Geburtstag von Hanna. Ursprünglich war geplant, diesen Geburtstag zusammen mit Hannas Freundin Antonia zu feiern. Antonia hat vor kurzem ein Haus in der Nähe von Hornbostel bezogen und dazu noch am Tag vorher, am 20. Juni, ebenfalls Geburtstag. Da aber ihr Lebensgefährte vor kurzem gestorben war, wollte sie sich das nicht zumuten. Da sprang dann Katrin ein und bot an, das Fest bei ihr in Hornbostel zu veranstalten.

Am Freitag fuhren wir dann mit dem Zug nach Hannover und wurden von Harald mit dem Auto abgeholt und nach Hornbostel gefahren. Dort hatten wir ein Zimmer gebucht im Wildland Natural Resort, in dem wir auch schon im letzten Jahr zu einem Fest abgestiegen waren. Am Freitagabend hatten wir dann Katrin und ihren Mann Uwe sowie Harald zum Abendessen eingeladen, da sie im Wesentlichen für uns alles mit dem Fest zusammenhängende organisiert hatten.

CC917581 1FCF 401D A2C1 CE4FC2CFF9E5.

Hanna beim Abendessen

Am Samstag nach dem Frühstück besuchten wir dann erst Antonia in ihrem neuen Haus ganz in der Nähe, nur circa 20 km entfernt. Dort holte uns dann Harald um die Mittagszeit ab und für uns zum Ort des Geschehens, zum Haus von Cathrin und Uwe.

Dort war dann alles vorbereitet, nach und nach trafen die Leute ein und brachten durchaus auch Salate und Kuchen mit, Hanna und ich hatten praktisch nichts zu tun. Am späten Nachmittag wurde dann der Hauptbestandteil des Buffets geliefert, ein Spanferkel.

6D0AFEF6 3143 4D4D A5BA FA3640447482.

Spanferkel mit Beilage

Es wurde viel gequatscht; einige zogen sich dann ab 10:00 Uhr zurück, um die Fußballübertragung des Spiels Deutschland gegen Côte d’Ivoire (der offizielle Name des Landes, das in Deutschland Elfenbeinküste genannt wird, welches aber nach den lokalen Gesetzen nicht in andere Sprachen übersetzt werden darf). Während der Halbzeitpause wurde dann Kuchen serviert.

Wir hielten es dann doch nicht bis Mitternacht durch (Hannas Geburtstag war erst am Sonntag) und zogen uns zum Hotel zurück.

Geburtstagsfrühstück im Hotel*

Am Sonntagmorgen sich fast alle noch einmal zum Frühstück bei uns im Hotel und schlossen das sehr gelungene Fest gemeinsam ab. Hanna und ich machten uns dann auf den Weg zur nächsten Station im Münsterland.

* eine Information für abwesende Familienmitglieder: dies ist nur ein Teil unseres Mikrokosmos

Video der Woche

Regenwoche

BFD4B8CD B604 4172 BB80 1D95F2756678_1_105_c.

Olympiastadion, Berlin

Die Woche war nicht viel los. Das Wetter war so richtig wie im April: Minutenweise Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein. Ich war am Montag beim Arzt um die Ergebnisse meiner vierteljährlichen Blutprobe zu erfahren. Nachdem ich kein Cortison mehr nehme, sind auch die Blutzuckerwerte in erträgliche Bahnen gesunken. Ansonsten habe ich entschieden, mein Blutdruck wieder mit Tabletten zu reguliert.

Hanna war dann noch einmal beim Rewe zum einkaufen und hat außerdem eine Blumenlieferung bekommen, eine Ersatzlieferung von einem anderen Lieferanten, da die vorherige Lieferung beschädigt war und kein Ersatz mehr dort zu bekommen war.

Ansonsten hat die WM in den USA begonnen. Hat sich in den letzten Jahren grundsätzlich geändert..

Zum ersten Mal in einem Stadion war ich circa im Alter von zehn Jahren. Mein Vater hatte mich ins Volksparkstadion mitgenommen, und wir saßen damals auf halb verwitterten Holzbänken, wenn ich mich richtig erinnere in der sechsten Reihe in einer Kurve. Das muss ziemlich genau vor 65 Jahren gewesen sein, und der HSV gewann damals in der Oberliga Endrunde gegen den ersten FC Saarbrücken 3:0. Die Bundesliga gab es noch nicht.

1965 sah ich dann bei meinen Großeltern in Lübeck ein Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft. Deutschland spielte in Stockholm gegen Schweden. Als Uwe Seeler den 2:1  Siegtreffer erzielte, sprang ich auf, riss die Arme hoch und zertrümmerte eine Glas Tulpe an der 15 Jahre Deckenbeleuchtung meiner Großeltern.Bei der Weltmeisterschaft im Jahr darauf machte unsere Familie Urlaub im Schwarzwald und ich bin dann mit meinem fast 15 Jahren in die Kneipe gegangen und hab die Spiele bei einer Weinschorle gesehen.

Ich war nie ein großer Stadionbesucher, aber habe dann fast alle Spiele im Fernsehen gesehen, die man nur sehen konnte. In den Neunzigern und auch in den Nullerjahren dieses Jahrtausend in ich dann doch ein paarmal im Stadion gewesen. Den Neunzigern hatte meine Exfreundin bei Ufa Sports (später Sportfive) gearbeitet, und es fielen so manches Mal Tickets ab durchaus auch welche im VIP Bereich. Später hat meine Nichte eine Zeit lang eine Funktion im Volksparkstdion und und so konnte ich den HSV noch zweimal im Olympiastadion sehen, deswegen das Foto oben. Das letzte Live Spiel war ein Freundschaftsspiel oder Vorbereitungsspiel gegen den BFC Dynamo in Berlin im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

Die Einsicht in die Vermarktung des HSV schreckte mich schon ein wenig ab. Dann kam irgendwann der Abstieg und irgendwelche Skandale um Identitäten, Alkoholfahrten Doping, Intrigen in der Vereinsführung. Gleichzeitig wurden die Spiele immer langweiliger nicht nur die des HSV, sondern allgemein. Eine Zeit lang hab ich mir immer noch Spiele im Fernsehen angesehen. Aber auch dort waren meistens die Spiele recht langweilig, das Mitreißende fehlte. Der der Ball fällt von links nach rechts und zurück verschoben und alle warten darauf, dass der Gegner einen Fehler macht.

Dazu dann noch die FIFA mit ihrem Hang zu Autokraten. Russland, Qatar und jetzt die USA. Angefangen mit dem lächerlichen Friedenspreis für Trump gab es viele Zurückweisungen bei Fans, Schiedsrichtern und sogar Spielern. 

Rest ist noch geblieben an Interesse, aber ich guck mir keine Spiele mehr an. Wenn überhaupt, dann lese ich ein Spielbericht oder schaue auf eine Zusammenfassung im Morgenmagazin.

Anderen geht es genauso.

Diese Woche aus meiner Leseliste

Tschernobyl

https://hmbl.blog/11-6-2026-strahlende-nachbilder/

In diesem Beitrag gibt es einige interessante Informationen zu Tschernobyl.

Dass ich am ehesten hätte Angst haben sollen, weil – so sagt man – das AKW um die Ecke* die Situation nutze, um gleich mal den Dreck vom letzten Unfall aus dem Fenster zu blasen, das erfuhr ich erst Dekaden später – aber das nur am Rande.

Darüber hinaus wird aus einem Artikel bei den Krautreportern zitiert:

Die Bestände von Wölfen, Füchsen, eurasischen Luchsen, Elchen und Wildschweinen haben deutlich zugenommen. Tierarten wie der Braunbär und das Wisent sind zurückgekehrt. Was hier geschieht, ist eine Renaturierung in ihrer radikalsten Form: Weil der Mensch nicht eingreifen kann, entstehen in der Sperrzone ökologische Prozesse, die so nicht vorhersehbar waren.
Es wird nicht gejagt, es gibt keine Landwirtschaft und keine Bebauung. Studien deuten darauf hin, dass dieser positive Einfluss auf die Natur größer ist als die negativen Folgen der Strahlung.
Im belarussischen Teil der Sperrzone gibt es genauso viele oder sogar mehr große Säugetiere als in unbelasteten Naturschutzgebieten. Unbestritten ist allerdings, dass die anfängliche Strahlung Flora und Fauna massiv geschädigt hat, besonders im sogenannten Roten Wald, einem etwa zehn Quadratkilometer großen Gebiet in der Nähe des Atomkraftwerks.

Thermische Schädelerweichung

https://zynaesthesie.wordpress.com/2026/06/14/thermische-schaedelerweichung/

Diesen Beitrag zitiere ich in voller Länge:

Wir brauchen unbedingt Atomkraft. Jedenfalls tönt das aus jeder Ecke, wo konservative Knalldeppen unter dem Stein herausgekrochen kommen. Atom für die Grundlast, sonst droht Blackout. Davon mal abgesehen, dass der eher durch marode Netze oder Angriffe unserer Gaslieferanten verursacht wird, in Frankreich sehen wir gerade, dass man auch als Komplettversager in Physik höhere Staatsämter mit seiner Existenz entwerten kann. Unsere Nachbarn praktizieren das, unter anderem mit dem Problem, dass ständig teurer werdender Strom aus maroden Reaktoren durch preiswerte Solar- und Windenergie verdrängt wird. Die erste Hitzewelle, die in diesem Jahr die Kühlsysteme in die Bredouille bringt (und genug Solarstrom produziert), zwingt die Konzerne zur Abregelung der Grundlast. Mit genug Batterie- oder Pumpspeichern ließe sich der Übergang wohl managen, allein diese ideologisch unzuverlässige Technik macht, was sie will. Das Hochfahren eines Kernreaktors, laut Expertise von Universalgenies wie Söder, Merz oder Spahn eine Sache weniger Sekunden, wird durch die steigende Konzentration von Xenon erheblich verzögert. Zwei Tage Pause. Perfekt, wenn man in wenigen Stunden reagieren muss. Dazu verursachen die ständig veränderten Betriebstemperaturen durch unterschiedlich schnell verlaufende Abkühlung und Erhitzung Schäden an Rohren und Schweißnähten, die zu gefährlicher Materialermüdung beitragen. Etwa so darf man sich die thermische Schädelerweichung bei unseren Größen aus Politik, Suff und Korruption wohl auch vorstellen. Alle weiteren Anzeichen, dass wir es mit gründlich verstrahltem Regierungspersonal zu tun haben, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

Video der Woche

Reisen mit E. (Teil 2)

41267D6B A189 44EF 89C4 D8774C703B7D_1_105_c.

Dubrovnik Anfang der Siebziger

Nach unserem ersten Besuch mit dem Zug waren wir noch einmal in Istanbul vor unserem Studium in London in 1972 und 1973. Und auch danach noch mehrmals.

Diese Reisen fanden allerdings nicht mit dem Zug, sondern bis auf eine Ausnahme mit dem Auto statt. Die eine Ausnahme war nach einem Besuch meinerseits in Italien. Ich hatte jemanden kennen gelernt während eines Sprachkurses in Tours. Und habe ihn dann in Italien besucht in seiner Studienstadt Rerugia und in Rom selbst. Kleine Nebenbemerkung: ich denke, er war schwul und stand auf mich. Aber damals war ich so naiv, dass ich darüber nicht nachgedacht habe. Jedenfalls war E. mittlerweile in Istanbul und ich wollte ihr von Rom aus folgen. Es gab einen Studententarif, den ich in Anspruch nahm, damals Anfang der Siebziger, so circa 260 DM.  An den Flug erinnere ich mich noch ganz genau.  Das Wetter war schön und ich hatte einen guten Blick aus dem Flugzeug auf die Adria und den angrenzenden Balkan. An die Ankunft in Istanbul erinnere ich mich genauso wenig wie an diesen speziellen Urlaub.

Danach waren wir noch ein paarmal in Istanbul. Diese Urlaube liefen relativ gleich ab: Hinfahrt mit dem Auto mit einer Dauer von ein bis zwei Wochen, Aufenthalt in Istanbul für 2-3 Wochen und eine Rückfahrt nach Hamburg innerhalb  einer  Woche.

Die Fahrten erfolgten zunächst mit dem VW Käfer, den ich von meinem Vater übernommen hatte. Und danach benutzten wir den Renault R5, den ich nach dem Tod ihres Vaters übernommen hatte*. 

Auf der Hinfahrt versuchten wir immer den berüchtigten Autoput durch das damalige Jugoslawien zu vermeiden und auf der Fahrt möglichst viele Sehenswürdigkeiten mitzunehmen. Zu dem besuchten Orten und Gegenden zählten wien, Budapest, Dubrovnik, Split, Belgrad, Saloniki, Larissa und so.

Dabei gab es einige spezielle Erlebnisse. In Pristina im Kosovo habe ich mir den Auspuff des R5 an einer Bordsteinkante kaputt gefahren. Warum hatte der auch so komisch vor dem Hinterrad zu Seite aus ragen. Aber in der Gesellschaft dort war man improvisieren gewohnt und mein Auspuff wurde gut und günstig repariert.

Ein anderes Mal sind wir von Norden nach Griechenland gefahren und wollten auch die Chalkidiki erkunden. Und dazu wählten wir uns natürlich die damals am wenigsten erschlossene Halbinsel an, Sithonia. Also Nicht gepflasterte Schotterstraßen nicht so gut erschlossen und wir fuhren mit dem Käfer über Stock und Stein. Bei einer Flussdurchquerung passierte es dann: ein spitzer Stein durchbohrte den Unterboden. Und danach, obwohl ich mit Silikon versucht hatte, das auszubessern, musste ich bei jedem heftigen Regenguss immer das Wasser aus dem Fußraum ausschöpfen.

Einmal sind wir nach einem kürzlich erfolgten Putsch in die Türkei eingereist. Es war schon bisschen creepy, von circa 16-jährigen Soldaten mit vorgängerter Maschinenpistole an einem Kontrollpunkt angehalten zu werden und mit der Mündung der Waffe vor dem Gesicht nach unserem Grund für die Reise befragt zu werden. Bei der Ausreise hatten sie dann Langeweile und wollten uns gründlich durchsuchen nach Drogen. Als sie keine fanden gaben sie dann auf. Wir hatten aber so gründlich am Wagen gearbeitet, dass uns ein paar Kilometer nach der Grenze der Gaszug riss.

Einige Erlebnisse und Eindrücke werden so sicher nicht wiederkehren. Die Küste zwischen Antalya und Alanya haben wir gesehen als einzigen Sandstrand ohne ein Hotel. Oder Dubrovnik würde heute sicher nicht so menschenleer sehen wie auf dem Bild oben, mitten am Tag.

* Ich bin kein Autofreak und habe fast mein ganzes Leben lang nur abgelegte Autos gefahren. Nur meine letzten Autos waren geleaste neue Kleinwagen. Vielleicht sollte ich das einmal in einem Extrapost schildern.

Der erste Teil hier

Meine Mutter

Ich muss die Beschreibung meiner engeren Familienmitglieder weiterführen.Die Beschreibung meiner Mutter ist fast so schwierig wie die meiner Beziehung zu meiner Schwester.

Meine Mutter kam 1929 in Leipzig zur Welt. Wahrscheinlich ist sie dann irgendwann mit meinen Großeltern nach Breslau gezogen und hat prägende Jahre ihrer Jugend unter dem Naziregime verbracht. Zur Erinnerung: ihr Vater war bei der Kriminalpolizei in Wroclaw. Irgendwann gegen das Ende des Krieges sind sie geflohen und landeten im Osten Deutschlands, was später zur DDR wurde. Ich denke, hier hatte sie einige prägende Erlebnisse, aber das weiß ich nicht genau. Später floh die Familie weiter zum Priwall bei Lübeck und blieb dann in der Stadt.

Um 1950 herum lernte meine Mutter meinen Vater kennen, der Musiker war wie ihr Bruder, mein Onkel. Er hat sie miteinander bekannt gemacht. Anfang 1951 haben sie geheiratet, ich vermute mittlerweile, dass es deswegen war, damit ich als eheliches Kind auf die Welt komme.

Meine Mutter wurde dann im wesentlichen Hausfrau und betreute uns Kinder. Ich denke, sie war nicht glücklich damit. Soweit ich weiß, hatte sie Kindergärtnerin gelernt und wäre sicher auch gerne in den Beruf gegangen. Das war aber in den fünfziger Jahren wohl keine Option. Auch wenn mein Vater als Musiker wahrscheinlich nicht genug verdiente, um die Familie über Wasser zu halten.

1957 zogen wir dann nach Hamburg in eine Wohnung der Bundeswehr, da mein Vater einen Job als Musiker in Hamburg beim Musikkorps 6 der Bundeswehr angenommen hatte. Ich hab nur wenig Erinnerungen aus der Zeit davor, aber einige mehr danach. Eine war vielleicht merkwürdig, in all den Jahren, in dem wir klein waren, gab es immer Pakete aus der damaligen DDR von einem Professor Anders (?), über dessen Verhältnis zu unserer Familie nie so richtig geredet wurde. Ich weiß nicht, ob mein Verdacht richtig ist. Aber ich denke, dass das jemand war, den meine Mutter in ihrer kurzen Zeit in der sowjetischen Besatzungszone kennen gelernt hatte und den sie richtig mochte. 

+++++++++++++

Soweit ich weiß, wurde meine Mutter immer als gesellig, umgänglich, und freundlich angesehen. Sie hatte aber auch andere Seiten. Als Allergikerin bestand sie auf einer speziellen Diät. Sie besorgte sich also zum Beispiel Rndertatar und wir durften nichts davon essen, bekamen anderes Zeug. Offensichtlicher wurde es bei den Getränken. Sie sagte, sie könne nur Limonade vertragen, damals Silvettalimonade Geschmacksrichtung Zitrone. Meine Schwester und ich durften bei Strafe nicht rangehen. Man kann sich vorstellen, was das mit Kindern macht. Ich war dann immer eher brav, meine Schwester nicht. Sie nahm manchmal eine Flasche aus dem Kasten und trank. Die angebrochene Flasche versteckt sie dann zum Beispiel hinter dem Vorhang. Öfter genug kam das raus.

++++++++++++

Die zweite Sache: meine Mutter übertrug ihre Ambitionen auf uns Kinder und wollte dafür sorgen, dass wir das alles erfüllten, was sie sich leicht erträumt hatte. Dazu gehörte Musikunterricht von klein auf, bei mir zuerst Blockflöte und dann Klavierunterricht, bei meiner Schwester zumindest Klavierunterricht. Obwohl ich Schwierigkeiten mit meiner linken Hand hatte, kein Wunder bei der überstandenen Polio, dachte ich immerhin zu einem Klavierkonzert auf dem Gymnasium. Es war aber absehbar, dass es bei mir nicht weiter ging, also konzentrierte sich unsere Mutter auf meine Schwester. Mir kam das gelegen, da sie dann Priorität am Klavier hatte und ich Gründe hatte, nicht mehr so richtig zu üben. Petra brachte es soweit, dass sie an einem Landesmusikwettbewerb in der Hamburger Musikhalle teilnahm, wo sie den sechsten Platz belegte.

++++++++++++

Das war auch so bei den schulischen Leistungen. Wenn was noch nicht klappte, dann gab es mit dem Kochlöffel auf die Finger oder mit dem Teppichklopfer auf den Hintern. Bei mir war es etwas weniger, weil ich in den normalen Fächern ich meine Leistung brachte. Aber zum Beispiel für den Kunstunterricht musste ich Sachen mit nach Hause nehmen und meine Mutter saß dann dabei, wenn ich eine schiefe Vase töpferte. Als meine Sportnote nicht gut genug war, wurde ich in einem Leichtathletikverein angemeldet, nicht, wie ich gewollt hätte in einem Fußballverein. Fußball spielen galt als proletarisch Ich muss aber sagen, im Sport hat es geholfen, ich wurde erheblich besser.

++++++++++++

Meine Mutter hat leider etwas erreicht: in meinem weiteren Leben fehlte häufig die Eigenmotivation, ich wurde immer erst auf Druck gut darin, Sachen zu erledigen. Im Alter von 15 oder 16 wurde es mir zu viel, ich weiß nicht mehr, über welcher Gelegenheit. Aber ich machte etwas ungeheuerliches: ich gab meiner Mutter eine Ohrfeige. Danach hatte ich letztlich meine Ruhe, es passierte sogar etwas Merkwürdiges. Meine Mutter schien stolz auf mich zu sein, sogar, als ich in einer Schulversammlung als Rädelsführer bei einem Schuhlstreik namentlich genannt wurde . Vielleicht ging es aber nur damit zusammen, dass ich auf Vorschlag der Schule mitten im Schuljahr von der neunten in die zehnte Klasse wechseln durfte. Als ich dann Auszug und zum Studium nach London ging, schaffte sich meine Mutter nach ihrer eigenen Aussage einen Cockerspaniel ein als Ersatz für mich.

++++++++++++

Meine Schwester dagegen erlebte die Härte des Regimes. Wahrscheinlich, weil sie sich mehr widersetzte als ich. Sie nahm sich Freunde, die meine Mutter missfielen, sie musste mehrmals die Schule wechseln und machte schließlich Abitur auf einem evangelischen halbprivaten Gymnasium. Zum Höhepunkt kam es, als sie sich einen katholischen Freund nahm. Meine Mutter war zutiefst evangelisch, oder tat so. Wir mussten jeden Sonntag in den Kindergottesdienst, wurden natürlich auch konfirmiert. Danach war für mich mit der Kirche Schluss. Meine Schwester hielt an ihrem katholischen Freund fest, heiratete ihn später und bekam zwei Kinder. Ironie des Schicksals: er verließ sie dann für eine andere Frau, als sie über 60 war.

++++++++++++

Meine Mutter starb im Alter von 52, an ihrem zweiten Herzanfall, hervorgerufen durch die Schwächung  ihres Herzens wegen des Asthmas. Beim ersten konnte mein Vater sie noch wiederbeleben, beim zweiten leider nicht.

Disclaimer: ich glaube, dass meine Erinnerung weitesgehend korrekt ist. Andererseits ist bekannt, dass Erinnerungen täuschen können.

Mein anderer Großvater

https://ostpreussen.net/wp-content/uploads/2021/03/image1616338228.jpg

Jagdgut Pait

Über meinen Großvater väterlicherseits weiß ich noch weniger als über den Vater meiner Mutter.

Er wurde in welchem Jahr auch immer und wo auch immer geboren. Was ich weiß, dass er in Pait in Ostpreußen wohl auf einem Jagdgut (Beschreibung in der Wikipedia) von Hermann Göring als Waldarbeiter gearbeitet hatte. Mit Martha hat er dann meinen Vater im Jahr 1927 gezeugt. Martha starb sehr früh Anfang der Fünfzigerjahre, an sie habe ich gar keine Erinnerung.

Wie den jüngsten Bruder meines Vaters verschlug es ihn nach Hagen in Westfalen. Es schien ihm dort. einigermaßen gut zu gehen, außer Martha hat er zwei weitere Ehefrauen überlebt und starb irgendwann in seinen neunziger Lebensjahren.

Zuletzt allein lebte er allein in einer Wohnung und wurde durch Essen auf Räder versorgt. Ich erinnere mich nur an seinen starken ostpreußischen Akzent. Und an seine Liebe zu Kartoffeln, denn mit jedem Essen auf Rädern, egal was es gab, bestellte er eine Portion Kartoffeln.

Nur nebenbei, mein Onkel, sein jüngster Sohn, war Bierfahrer bei der Sankt Andreas Brauerei, die jetzt zum Oetkers Konzern gehört. Der Onkel hatte drei Kinder, Einen Sohn und zwei Töchter. Der Sohn war Torwart in einem Verein der zweiten Bundesliga. Eine der Töchter  habe ich in den neunziger Jahren einmal besucht, da ich eigentlich Kontakt zur Verwandtschaft haben wollte. War ein nettes Gespräch hat sich aber nicht viel draus ergeben. Was aus allen geworden ist, weiß ich nicht.

Der dritte Bruder meines Vaters, den habe ich auch besucht in einem Urlaub während meiner Kindheit im Schwarzwald. Er lebte in Kehl am Rhein und hatte im Alter, soweit ich mich erinnere, Kehlkopfkrebs. Er ist mir als jemand mit einem Mikrofon am Hals im Gedächtnis geblieben.

Eines zieht sich nach meinem Gefühl durch bei meiner Familie. Niemand hat so recht Interesse daran, Kontakt zur weiteren Familie zu halten. Über Hanna bin ich da anderes gewöhnt. Deshalb ist mein Kontakt mit der weiteren Familie von Hanna enger als mit meiner eigenen. Mit ihrer Nichte in Toronto bin ich mehr im Kontakt als mit meinen eigenen Nichten.

Mein Großvater

https://classiccardb.com/uploads/postfotos/1951-fiat-topolino-for-sale-4.jpg

Fiat Topolino 1951

Wenn ich so richtig nachdenke, Dann weiß ich gar nicht so viel von meinem Großvater. Es gibt große Lücken in seinem Lebenslauf. 1894 in Hamburg, geboren ging er in den frühen 1900er Jahren. Mit seiner Mutter in die USA, soweit ich weiß nach New York, wo sie versuchte, sich als Klavierlehrerin zu etablieren. Aber irgendwann kamen beide wieder zurück. Was danach passierte, ist mir unklar. Er heiratete meine Großmutter und sie gelandeten in Leipzig, wo sowohl meine Mutter als auch mein früh verstorbener Onkel geboren wurden. Gerüchteweise waren sie dann in der Nazizeit in Breslau, wo er angeblich als Mitglied der Kriminalpolizei arbeitete. Was er dort macht und woran er beteiligt war, weiß ich nicht.

Irgendwann enden sie in Lübeck, wo sie eine kleine Einliegerwohnung in einem Häuschen mieteten. Mein Großvater arbeitete als Handelsvertreter, und ich erinnere mich daran, dass er in meiner frühsten Erinnerung für sein Beruf, einen Fiat wie oben im Bild benutzte. Dieser wurde später durch ein grünes Modell ohne Holz ersetzt. In diesem machte ich mit meinen Großeltern einen ausgedehnten Zelturlaub in Süddeutschland. Das muss in einem heißen Sommer gewesen sein. Wahrscheinlich 1959. Ich erinnere mich an Fetzen: wie ich quer in einem grünen Hauszelt hinter den beiden Großeltern schlief; wie irgendwo im Odenwald ein Junge Forellen mit Pfeil und Bogen geschossen hat; wie ich irgendwo für meine Mutter eine elfenbeingeschnitzte Brosche gekauft habe. Für mich faszinierend in seiner Wohnung war der Schreibtisch mit Locher Büroklammern Papier, Radiergummi, Stiften. In unserem Musikerhaushalt gab es sowas nicht.

Mein Großvater muss mich gern gehabt haben. Zur Taufe bekam ich ein silbernes Besteck mit Monographie und als junge um zehn oder Elf herum, eine elektrische Modelleisenbahn. Mein Großeltern hatten einen Terrier, der sicher zu einem Großteil auch dafür verantwortlich ist, dass ich manchmal mit Hunden nicht so richtig etwas anfangen kann. Er war der Ersatz für eine Floria, die von einem Auto überfahren war und der Fell als Läufer im Arbeitszimmer meines Großvaters lag. Gloria war ein fettleibiger fauler Hund, der die Treppen hoch getragen werden musste.

Ich denke, meinen Vater mochte er nicht so richtig. Ich bin auch nicht sicher, ob die Legende meiner Mutter stimmt,dass sie mich gezeugt haben, um heiraten zu können. Vielleicht war es doch eine Zwangsheirat, die so manches im Verhältnis meiner Eltern und vielleicht auch besonders im Leben meiner Mutter erklären könnte.

Mein Großvater starb 1976 infolge eines Schlaganfalls, nachdem meine Großmutter ihn noch einige Monate hatte pflegen müssen.

——————————————

Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Meine Großmutter

CAD21592 44D9 4B95 9F54 920548A76C13.

Ich ca. 1967 im von meiner Oma spendiertem Jacket

Gestern, am 17. November, war der 125. Geburtstag meiner Oma. Sie war für mich sicher eine der prägenden Figuren in meiner Kindheit.

Geboren wurde sie im Jahre 1900 als jüngstes Kind von, ich glaube, zehn Geschwistern. Diese hatte sie alle überlebt. In den 192ern heirate meinen Großvater mütterlicherseits. Im Jahr 1924 wurde ihr Sohn geboren und im Jahre 1929 meine Mutter. Damals lebten sie in Leipzig. Aber irgendwann im Laufe des III Reiches zog sie nach Breslau, heute Wroclaw. Was sie dort genau machen oder warum sie dort hingegangen sind, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass mein Großvater dort als Mitglied der Kriminalpolizei gearbeitet hat. Ich denke, was Gutes hat er dort nicht getan.

Irgendwie, ich weiß auch nicht wie, landete sie dann in Lübeck in einer Einliegerwohnung in einer Lübecker Randbesiedlung. Meine Eltern und wir lebten damals in einem Flüchtlingslager in Lübeck Blankensee, gelegen in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne. Darüber hatte ich bereits berichtet. Ich hatte eine enge Beziehung zu meinen Großeltern. Im Alter von sechs oder sieben bin ich aus Lübeck Blankensee mit dem Bus zu Ihnen gefahren – unbegleitet mit msteugen..

Später zogen wir nach Hamburg, aber die Beziehung zu meinen Großeltern bestand. Im Jahre 1959, da war ich fast neun Jahre alt ging ich mit ihnen auf eine Zeltreise nach Süddeutschland. Wir waren im deutschen Museum in München, im Odenwald, glaube ich habe ich gesehen, wie ein einheimischer eine Forelle mit Pfeil und Bogen geschossen hatte. Weiterhin waren wir, so glaube ich, in Idar-Oberstein, wo ich für meine Mutter eine Elfenbeinbrosche gekauft habe.

Später war ich neidisch auf meine Schwester, weil unsere Großmutter ihr immer wieder Kleidung schneiderte. Bis du mir irgendwann erklärte, dass sie keine Männerklamotten keine und mich mitnahm zu Hettlage und Lampe. Dort kaufte sie mir ein braunes Jacket mit schrägen Taschen, dass ich als voll modisch empfand.

Der Kontakt riss nie ab. Erst verlor sie ihren Sohn im Jahr 1974, er starb an Alkoholmissbrauch. Ein Schicksal für viele Musiker. 1976 sie ihren Mann, meinen Großvater. Und dann 1982 meine Mutter, ihre Tochter. Das war das Jahr, in dem ich meine erste Frau kennen lernte.

Ich besuchte sie immer noch regelmäßig, und sie war auch bei meiner Hochzeit 1986. Sie war damals schon im Heim, sie hatte sich den Arm gebrochen und musste aus ihrer Wohnung ausziehen. Meine damalige Frau und ich haben ihre Wohnung ausgeräumt und viele Stücke in unser damaliges Wochenendhaus in Lüchow-Dannenberg verbracht.

Ich besuchte sie regelmäßig noch im Heim und versorgte sie auch mit ihrem geliebten Weinbrand, von dem sie doch regelmäßig ein volles Glas zu sich nahm.

Bei meiner Hochzeit im Jahr 1986 war sie noch dabei. Ich erinnere mich, wie sie tapfer versuchte, das Hochzeitsmenü aufzuessen, weil sie es gelernt hatte, dass man Essen nicht liegen lassen darf.

Sie war schon ein wenig prägend für mich und ich glaube auch für unsere ganze Familie. Aber das sollte dann ein anderes Thema sein.

——————————————

Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Vereinigtes Königreich 1969

1969 waren Andreas und ich auf unserer zweiten Reise per Anhalter, diesmal durch das Vereinigte Königreich. Es ging über Holland zur Fähre von Hoek Nan Holland nach Harwich, dann nach London, später nach Chester und Schottland Edinburgh und wieder zurück.

Dabei hatten wir einige interessante Erlebnisse. Zum Beispiel hatten wir bei der Ankunft in Harish jemanden, der uns mitnahm und meinte, wir jungen Leute sollten doch nicht auf gut Glück nach London fahren. Er hat uns für eine Nacht bei sich zu Hause untergebracht und dann die Jugendherberge in Epping Forrest für uns organisiert.

In Edinburgh hatten wir einen netten Abend mit zwei Schottinnen, von denen die eine mich nach Jahrzehnten zufällig über Facebook noch einmal kontaktiert hatte. Auf unserer Rückreise mussten wir in London eine Nacht übernachten. Die haben wir im Schlafsäcken im Saint James Park verbracht, wo uns ein Polizist weckte und fragte, ob wir irgendwelche Schreie im Gebüsch gehört hätten.

Highlight war neben der Liveübertragung der Mondlandung auf dem Trafalgar Square das Livekonzert der Rolling Stones im Hyde Park, zwei Tage, nachdem Brian Jones gestorben war. Das Konzert ist relativ legendär, so legendär, dass darüber zum Beispiel ein Dokumentarfilm zu finden ist.