Gegenwärtiges und Vergangenes

Kategorie: Erinnerungen (Seite 1 von 3)

Geburtstagswochen – Teil 1: Hornbostel

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Geburtstagsanzeige im Festzelt

Am letzten Freitag ging es los in die Heide nach Hornbostel. Anlass war der 75. Geburtstag von Hanna. Ursprünglich war geplant, diesen Geburtstag zusammen mit Hannas Freundin Antonia zu feiern. Antonia hat vor kurzem ein Haus in der Nähe von Hornbostel bezogen und dazu noch am Tag vorher, am 20. Juni, ebenfalls Geburtstag. Da aber ihr Lebensgefährte vor kurzem gestorben war, wollte sie sich das nicht zumuten. Da sprang dann Katrin ein und bot an, das Fest bei ihr in Hornbostel zu veranstalten.

Am Freitag fuhren wir dann mit dem Zug nach Hannover und wurden von Harald mit dem Auto abgeholt und nach Hornbostel gefahren. Dort hatten wir ein Zimmer gebucht im Wildland Natural Resort, in dem wir auch schon im letzten Jahr zu einem Fest abgestiegen waren. Am Freitagabend hatten wir dann Katrin und ihren Mann Uwe sowie Harald zum Abendessen eingeladen, da sie im Wesentlichen für uns alles mit dem Fest zusammenhängende organisiert hatten.

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Hanna beim Abendessen

Am Samstag nach dem Frühstück besuchten wir dann erst Antonia in ihrem neuen Haus ganz in der Nähe, nur circa 20 km entfernt. Dort holte uns dann Harald um die Mittagszeit ab und für uns zum Ort des Geschehens, zum Haus von Cathrin und Uwe.

Dort war dann alles vorbereitet, nach und nach trafen die Leute ein und brachten durchaus auch Salate und Kuchen mit, Hanna und ich hatten praktisch nichts zu tun. Am späten Nachmittag wurde dann der Hauptbestandteil des Buffets geliefert, ein Spanferkel.

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Spanferkel mit Beilage

Es wurde viel gequatscht; einige zogen sich dann ab 10:00 Uhr zurück, um die Fußballübertragung des Spiels Deutschland gegen Côte d’Ivoire (der offizielle Name des Landes, das in Deutschland Elfenbeinküste genannt wird, welches aber nach den lokalen Gesetzen nicht in andere Sprachen übersetzt werden darf). Während der Halbzeitpause wurde dann Kuchen serviert.

Wir hielten es dann doch nicht bis Mitternacht durch (Hannas Geburtstag war erst am Sonntag) und zogen uns zum Hotel zurück.

Geburtstagsfrühstück im Hotel*

Am Sonntagmorgen sich fast alle noch einmal zum Frühstück bei uns im Hotel und schlossen das sehr gelungene Fest gemeinsam ab. Hanna und ich machten uns dann auf den Weg zur nächsten Station im Münsterland.

* eine Information für abwesende Familienmitglieder: dies ist nur ein Teil unseres Mikrokosmos

Video der Woche

Regenwoche

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Olympiastadion, Berlin

Die Woche war nicht viel los. Das Wetter war so richtig wie im April: Minutenweise Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein. Ich war am Montag beim Arzt um die Ergebnisse meiner vierteljährlichen Blutprobe zu erfahren. Nachdem ich kein Cortison mehr nehme, sind auch die Blutzuckerwerte in erträgliche Bahnen gesunken. Ansonsten habe ich entschieden, mein Blutdruck wieder mit Tabletten zu reguliert.

Hanna war dann noch einmal beim Rewe zum einkaufen und hat außerdem eine Blumenlieferung bekommen, eine Ersatzlieferung von einem anderen Lieferanten, da die vorherige Lieferung beschädigt war und kein Ersatz mehr dort zu bekommen war.

Ansonsten hat die WM in den USA begonnen. Hat sich in den letzten Jahren grundsätzlich geändert..

Zum ersten Mal in einem Stadion war ich circa im Alter von zehn Jahren. Mein Vater hatte mich ins Volksparkstadion mitgenommen, und wir saßen damals auf halb verwitterten Holzbänken, wenn ich mich richtig erinnere in der sechsten Reihe in einer Kurve. Das muss ziemlich genau vor 65 Jahren gewesen sein, und der HSV gewann damals in der Oberliga Endrunde gegen den ersten FC Saarbrücken 3:0. Die Bundesliga gab es noch nicht.

1965 sah ich dann bei meinen Großeltern in Lübeck ein Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft. Deutschland spielte in Stockholm gegen Schweden. Als Uwe Seeler den 2:1  Siegtreffer erzielte, sprang ich auf, riss die Arme hoch und zertrümmerte eine Glas Tulpe an der 15 Jahre Deckenbeleuchtung meiner Großeltern.Bei der Weltmeisterschaft im Jahr darauf machte unsere Familie Urlaub im Schwarzwald und ich bin dann mit meinem fast 15 Jahren in die Kneipe gegangen und hab die Spiele bei einer Weinschorle gesehen.

Ich war nie ein großer Stadionbesucher, aber habe dann fast alle Spiele im Fernsehen gesehen, die man nur sehen konnte. In den Neunzigern und auch in den Nullerjahren dieses Jahrtausend in ich dann doch ein paarmal im Stadion gewesen. Den Neunzigern hatte meine Exfreundin bei Ufa Sports (später Sportfive) gearbeitet, und es fielen so manches Mal Tickets ab durchaus auch welche im VIP Bereich. Später hat meine Nichte eine Zeit lang eine Funktion im Volksparkstdion und und so konnte ich den HSV noch zweimal im Olympiastadion sehen, deswegen das Foto oben. Das letzte Live Spiel war ein Freundschaftsspiel oder Vorbereitungsspiel gegen den BFC Dynamo in Berlin im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

Die Einsicht in die Vermarktung des HSV schreckte mich schon ein wenig ab. Dann kam irgendwann der Abstieg und irgendwelche Skandale um Identitäten, Alkoholfahrten Doping, Intrigen in der Vereinsführung. Gleichzeitig wurden die Spiele immer langweiliger nicht nur die des HSV, sondern allgemein. Eine Zeit lang hab ich mir immer noch Spiele im Fernsehen angesehen. Aber auch dort waren meistens die Spiele recht langweilig, das Mitreißende fehlte. Der der Ball fällt von links nach rechts und zurück verschoben und alle warten darauf, dass der Gegner einen Fehler macht.

Dazu dann noch die FIFA mit ihrem Hang zu Autokraten. Russland, Qatar und jetzt die USA. Angefangen mit dem lächerlichen Friedenspreis für Trump gab es viele Zurückweisungen bei Fans, Schiedsrichtern und sogar Spielern. 

Rest ist noch geblieben an Interesse, aber ich guck mir keine Spiele mehr an. Wenn überhaupt, dann lese ich ein Spielbericht oder schaue auf eine Zusammenfassung im Morgenmagazin.

Anderen geht es genauso.

Diese Woche aus meiner Leseliste

Tschernobyl

https://hmbl.blog/11-6-2026-strahlende-nachbilder/

In diesem Beitrag gibt es einige interessante Informationen zu Tschernobyl.

Dass ich am ehesten hätte Angst haben sollen, weil – so sagt man – das AKW um die Ecke* die Situation nutze, um gleich mal den Dreck vom letzten Unfall aus dem Fenster zu blasen, das erfuhr ich erst Dekaden später – aber das nur am Rande.

Darüber hinaus wird aus einem Artikel bei den Krautreportern zitiert:

Die Bestände von Wölfen, Füchsen, eurasischen Luchsen, Elchen und Wildschweinen haben deutlich zugenommen. Tierarten wie der Braunbär und das Wisent sind zurückgekehrt. Was hier geschieht, ist eine Renaturierung in ihrer radikalsten Form: Weil der Mensch nicht eingreifen kann, entstehen in der Sperrzone ökologische Prozesse, die so nicht vorhersehbar waren.
Es wird nicht gejagt, es gibt keine Landwirtschaft und keine Bebauung. Studien deuten darauf hin, dass dieser positive Einfluss auf die Natur größer ist als die negativen Folgen der Strahlung.
Im belarussischen Teil der Sperrzone gibt es genauso viele oder sogar mehr große Säugetiere als in unbelasteten Naturschutzgebieten. Unbestritten ist allerdings, dass die anfängliche Strahlung Flora und Fauna massiv geschädigt hat, besonders im sogenannten Roten Wald, einem etwa zehn Quadratkilometer großen Gebiet in der Nähe des Atomkraftwerks.

Thermische Schädelerweichung

https://zynaesthesie.wordpress.com/2026/06/14/thermische-schaedelerweichung/

Diesen Beitrag zitiere ich in voller Länge:

Wir brauchen unbedingt Atomkraft. Jedenfalls tönt das aus jeder Ecke, wo konservative Knalldeppen unter dem Stein herausgekrochen kommen. Atom für die Grundlast, sonst droht Blackout. Davon mal abgesehen, dass der eher durch marode Netze oder Angriffe unserer Gaslieferanten verursacht wird, in Frankreich sehen wir gerade, dass man auch als Komplettversager in Physik höhere Staatsämter mit seiner Existenz entwerten kann. Unsere Nachbarn praktizieren das, unter anderem mit dem Problem, dass ständig teurer werdender Strom aus maroden Reaktoren durch preiswerte Solar- und Windenergie verdrängt wird. Die erste Hitzewelle, die in diesem Jahr die Kühlsysteme in die Bredouille bringt (und genug Solarstrom produziert), zwingt die Konzerne zur Abregelung der Grundlast. Mit genug Batterie- oder Pumpspeichern ließe sich der Übergang wohl managen, allein diese ideologisch unzuverlässige Technik macht, was sie will. Das Hochfahren eines Kernreaktors, laut Expertise von Universalgenies wie Söder, Merz oder Spahn eine Sache weniger Sekunden, wird durch die steigende Konzentration von Xenon erheblich verzögert. Zwei Tage Pause. Perfekt, wenn man in wenigen Stunden reagieren muss. Dazu verursachen die ständig veränderten Betriebstemperaturen durch unterschiedlich schnell verlaufende Abkühlung und Erhitzung Schäden an Rohren und Schweißnähten, die zu gefährlicher Materialermüdung beitragen. Etwa so darf man sich die thermische Schädelerweichung bei unseren Größen aus Politik, Suff und Korruption wohl auch vorstellen. Alle weiteren Anzeichen, dass wir es mit gründlich verstrahltem Regierungspersonal zu tun haben, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

Video der Woche

Essenswoche

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In dieser Woche trete mich viel ums Essen. Mein Frühstück im Bett sah so aus wie oben. Das Brot ist ein von mir gebackenes Sauerteigbrot mit Roggenmehl und Dinkelmehl. Der Schinken ist unser Lieblingsschinken aus Schleswig-Holstein von der Schinkenmanufaktur Basedahl.

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An zwei Tagen gab es Spaghetti nach diesem Rezept. Statt der Rezept angegebenen Garnelen verbrauchten wir drei Hummerschwänze, die unsere Nichten bei ihrem letzten Besuch aus Kanada mitgebracht hatten. Das ganze war aber einfach großartig.

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Gestern Abend wurde dann uns die große Ehre zuteil, am Iftar teilzunehmen bei Mohamed und seiner Familie. Zur Zeit ist ja Ramadan und Iftar ist das abendliche Fastenbrechen. Wir wurden von der ganzen Familie sehr herzlich aufgenommen und haben uns auch noch angeregt mit seiner Mutter und seine Schwestern unterhalten, als er selbst sich schon verabschiedet hatte, um in die Moschee zu gehen.

Ja ja. So ist das mit unserem “Mikrokosmos“, wie unsere Welt von meiner Schwester genannt wurde. Freunde und Verwandte in Kanada, in Schweden, in Großbritannien, im Münsterland, in der Heide, in Hamburg. Und so weiter. War das Neid oder eine Beschwerde, weil so manche aus unserem Kosmos ausgeschlossen wurden.

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Wenn es mir gefällt, pack ich dann in Zukunft zu meinen Posts über die Woche, auch Verweise auf Blogartikel, die ich erwähnenswert finde.

Zunächst einmal, der mittlerweile wohl unvermeidliche Max Budenbohm , über die Stille auf dem Lande gegenüber der Großstadt folgendes schreibt:

https://www.buddenbohm-und-soehne.de/2026/03/13/irgendwo-pfiff-ein-zug/

Diese Stille, in der nächtelang niemand hupt. In der sich niemand lauthals mit anderen herumstreitet, weder um Geld noch um Drogen oder Liebe, auch nicht um den Rest der Nacht. In der keine leeren Flaschen auf dem Gehweg zerklirren und niemand volltrunken Flüche in die Nacht schreit. In der auch kein Rettungshubschrauber über unser Dach fliegt und niemand im Vorbeifahren bei offenem Autodach in schier unfassbarer Lautstärke Musik hört.

Das ist im Unterschied zur Hamburger Wohnung dann auch ab und zu erholsam und nützlich, so in der Ruhe zu liegen. To rest in peace, noch ohne Ewigkeitsanspruch, aber doch für drei, vier Nächte immerhin. Es ist nützlich, schon um mich weiter jederzeit erinnern zu können, dass es das tatsächlich gibt, diese Stille. In der einem nach einer ganzen Weile erst der Wind auffällt, der an den Dachkanten doch ein wenig zu hören ist. Der dort leise, so leise ein wenig heult. Wie ein kleines Windkind, das noch übt. Oder ein leises Knarren fällt auf, irgendwo auf dem Dachboden, weiter weg in diesem großen, alten Haus. Dann ein Rascheln, vermutlich von kleinen oder von winzigen Tierchen. Ein Nagen vielleicht, ein huschendes Trippeln auf dem Kies vor dem Fenster. Solche Geräusche, welche die Stille nicht stören, sondern eher angenehm zu illustrieren scheinen.

Das erinnert mich an eine eigene Geschichte. Ich hatte mit meiner ersten Frau in den achtziger Jahren eine Wohnung im Wendland angemietet. Dabei handelt es sich um eine Einliegerwohnung in einem kleinen Haus, mitten im Wald. In der Nähe wurde Schafe gehalten und besonders an heißen Sommertagen wurde die Fliegenplage bei geöffneten Fenstern in der Wohnung ein wenig lästig. Wenn es dann ging, schliefen wir draußen im Wald. Und da passierte es dann schon dann schon, dass man mitten in der Nacht geweckt wurde, weil sich jemand durchs Unterholz schlich. War ein bisschen gruselig. Aber als ich dann nach der Ursache schaute, handelte es sich einfach um eine nachtaktiven Igel der Lounge durchm das Laub des Waldes schlurfte. In der Großstadt würde man das Geräusch noch nicht einmal wahrnehmen.

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Dieses Blog diskutiert KI und zitiert den Chef von Palantir, einem Hersteller von Spionaesoftware, die besonders von der Polizei oder von autoritären Staaten geliebt wird. Das Zitat dreht sich um die Auswirkung von KI auf die politische Bedeutung von Frauen und Männern:

Passend dazu prognostiziert Alex Karp, CEO des Datenanalyse-Unternehmens Palantir, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz die gesellschaftlichen Machtverhältnisse verschieben werde:

Seiner Ansicht nach werde die Technologie die wirtschaftliche und politische Macht von „hochgebildeten, oft weiblichen Wählern, die meist die Demokraten wählen“, verringern.
Diese würden künftig „schlechtere, weniger interessante Jobs“ haben. Zugleich werde sie die Macht von „Menschen in Ausbildungsberufen, überwiegend männlichen Wählern der Arbeiterklasse“, erhöhen, sagte er in einem Interview mit dem US-Sender CNBC.
[…]
„Karps Botschaft ist unmissverständlich: Meine Technologie wird einem eurer größten Feinde – liberalen Frauen mit Hochschulabschluss – politisches Kapital entziehen und einer eurer bevorzugten Bevölkerungsgruppen – Männern aus der Arbeiterklasse – mehr politische Macht verschaffen“, analysiert etwa der Autor Malcolm Ferguson.

Und hmbl selbst kommentiert

Tja, schade, Schokolade, liebe Leserinnen – oder was??
(Männer ausnahmsweise nicht mitgemeint)

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Und zum Schluss, weil ich mich immer aufrege, über Benjamin Stöwe, den Wettermoderator im ZDF, Morgenmagazin, der Begrüßung immer „moin, moin” sagt, das was Matt Wagner dazu ausführt:

„Sach ma, was heißt eigentlich Moin?“

„Guten Morgen, Guten Tag, Guten Abend. Hallo. Hi. Schön, dich zu sehen – je nach Kontext.“

„Und Moin Moin?“

„Dass du ’ne nervtötende Quasselstrippe bist.“

„Und Guten Moin …?“

„Nun, dass du noch heute geteert und gefedert zurück nach Stuttgart verfrachtet wirst.“

Reisen mit E. (Teil 2)

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Dubrovnik Anfang der Siebziger

Nach unserem ersten Besuch mit dem Zug waren wir noch einmal in Istanbul vor unserem Studium in London in 1972 und 1973. Und auch danach noch mehrmals.

Diese Reisen fanden allerdings nicht mit dem Zug, sondern bis auf eine Ausnahme mit dem Auto statt. Die eine Ausnahme war nach einem Besuch meinerseits in Italien. Ich hatte jemanden kennen gelernt während eines Sprachkurses in Tours. Und habe ihn dann in Italien besucht in seiner Studienstadt Rerugia und in Rom selbst. Kleine Nebenbemerkung: ich denke, er war schwul und stand auf mich. Aber damals war ich so naiv, dass ich darüber nicht nachgedacht habe. Jedenfalls war E. mittlerweile in Istanbul und ich wollte ihr von Rom aus folgen. Es gab einen Studententarif, den ich in Anspruch nahm, damals Anfang der Siebziger, so circa 260 DM.  An den Flug erinnere ich mich noch ganz genau.  Das Wetter war schön und ich hatte einen guten Blick aus dem Flugzeug auf die Adria und den angrenzenden Balkan. An die Ankunft in Istanbul erinnere ich mich genauso wenig wie an diesen speziellen Urlaub.

Danach waren wir noch ein paarmal in Istanbul. Diese Urlaube liefen relativ gleich ab: Hinfahrt mit dem Auto mit einer Dauer von ein bis zwei Wochen, Aufenthalt in Istanbul für 2-3 Wochen und eine Rückfahrt nach Hamburg innerhalb  einer  Woche.

Die Fahrten erfolgten zunächst mit dem VW Käfer, den ich von meinem Vater übernommen hatte. Und danach benutzten wir den Renault R5, den ich nach dem Tod ihres Vaters übernommen hatte*. 

Auf der Hinfahrt versuchten wir immer den berüchtigten Autoput durch das damalige Jugoslawien zu vermeiden und auf der Fahrt möglichst viele Sehenswürdigkeiten mitzunehmen. Zu dem besuchten Orten und Gegenden zählten wien, Budapest, Dubrovnik, Split, Belgrad, Saloniki, Larissa und so.

Dabei gab es einige spezielle Erlebnisse. In Pristina im Kosovo habe ich mir den Auspuff des R5 an einer Bordsteinkante kaputt gefahren. Warum hatte der auch so komisch vor dem Hinterrad zu Seite aus ragen. Aber in der Gesellschaft dort war man improvisieren gewohnt und mein Auspuff wurde gut und günstig repariert.

Ein anderes Mal sind wir von Norden nach Griechenland gefahren und wollten auch die Chalkidiki erkunden. Und dazu wählten wir uns natürlich die damals am wenigsten erschlossene Halbinsel an, Sithonia. Also Nicht gepflasterte Schotterstraßen nicht so gut erschlossen und wir fuhren mit dem Käfer über Stock und Stein. Bei einer Flussdurchquerung passierte es dann: ein spitzer Stein durchbohrte den Unterboden. Und danach, obwohl ich mit Silikon versucht hatte, das auszubessern, musste ich bei jedem heftigen Regenguss immer das Wasser aus dem Fußraum ausschöpfen.

Einmal sind wir nach einem kürzlich erfolgten Putsch in die Türkei eingereist. Es war schon bisschen creepy, von circa 16-jährigen Soldaten mit vorgängerter Maschinenpistole an einem Kontrollpunkt angehalten zu werden und mit der Mündung der Waffe vor dem Gesicht nach unserem Grund für die Reise befragt zu werden. Bei der Ausreise hatten sie dann Langeweile und wollten uns gründlich durchsuchen nach Drogen. Als sie keine fanden gaben sie dann auf. Wir hatten aber so gründlich am Wagen gearbeitet, dass uns ein paar Kilometer nach der Grenze der Gaszug riss.

Einige Erlebnisse und Eindrücke werden so sicher nicht wiederkehren. Die Küste zwischen Antalya und Alanya haben wir gesehen als einzigen Sandstrand ohne ein Hotel. Oder Dubrovnik würde heute sicher nicht so menschenleer sehen wie auf dem Bild oben, mitten am Tag.

* Ich bin kein Autofreak und habe fast mein ganzes Leben lang nur abgelegte Autos gefahren. Nur meine letzten Autos waren geleaste neue Kleinwagen. Vielleicht sollte ich das einmal in einem Extrapost schildern.

Der erste Teil hier

Reisen mit E. (Teil 1)

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In meinem Studienjahr lernte ich auf einer Sommerakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes E. kennen. Sie studierte damals Geschichte und Kultur des vorderen Orients in Mainz. Und ich verliebt mich im sie. Oder in ihren Intellekt, was auch immer.

Sehr bald hatten wir beschlossen, eine Reise in die Türkei zu machen und damit in die Gegend ihres Studienfachs zu fahren. Über die Zugfahrt von Frankfurt habe ich schon geschrieben. Während der Reise gab es einige bemerkenswerte Ereignisse. Zum Beispiel musste die Zugfahrt unterbrochen werden, weil die Türen an einem alten Waggon nicht mehr zu schließen waren und während der Fahrt repariert oder abgesperrt werden mussten. Die Zollbeamten in Bulgarien waren brutal und schlossen während ihrer Kontrolle sogar verschlossene Toiletten auf. Je weiter man auf dem Balkan kam, desto mehr Essen wurde auf dem Bahnsteigen bei Halten angeboten.

Im Zug ernten wir Türken kennen, die uns in Istanbul dann an die Hand nahmen und erst einmal vom Bahnhof Sirkeci zu Bekannten in den ägyptischem Basar mitnahmen. Dort wurden wir dann in einem Geschäft mit Vogelkäfigen erst einmal geparkt, bis unsere Bekannten uns ein Hotel organisiert hatten. Das lag auf der asiatischen Seite in Kadiköy und war einfach und sauber und gerade genug für uns zwei Studenten. Schon die Überfahrt dorthin war ein Erlebnis.

Im Laufe dieser ersten sechs Wochen in der Türkei waren wir meistens mit Bussen unterwegs. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, dass auf unseren Fahrstrecken häufig Buswracks neben den Straßen lagen, bei denen sorgfältig die Firmennamen überstrichen waren. Zunächst ging es nach Ankara, wo wir auch von einem türkischen Fernsehtermin gefilmt wurden. Die Aufnahmen habe ich leider nie gesehen. Und dann ging es weiter nach Konya.

Bei der Abreise aus Konya waren wir recht früh am Busbahnhof und wurden von einer Gruppe von Türken umlagert und angefasst, die offensichtlich noch nie westliche Studenten unserer Art gesehen hatten: ich mit langen Haaren, E. als Frau im Jeansanzug. 

Von Konya ging es weiter nach Antalya. Die Fahrt ging auf einer unbefestigten Straße über das Taurusgebirge. Der Bus wurde unterwegs angehalten, um eine verletzte Frau aufzunehmen, die während der Fahrt verzweifelt am Leben gehalten wurde und dann irgendwann auf der Fahrt an einem Krankenhaus abgeliefert wurde. Was aus ihr geworden ist, kann ich nicht sagen.

In Antalya haben wir uns dann entschlossen, ein Schiff der türkischen Küstenschifffahrt zu nehmen, die uns über mehrere Stopps letztlich in Istanbul absetzte. Ich glaube, es waren vier Tage und drei Nächte mit Verpflegung und kostete uns mit Studentenrabatt 50 DM. Auf der Fahrt gab es Tagesaufenthalte, und so kamen wir zum Beispiel nach Ephesus, einer Ruinenstadt, die uns sehr beeindruckte. Besonders faszinierend das Gemeinschaftsklo mit Blick aufs Meer (damals).

Die Schifffahrt endete in Izmir, von wo es dann nach Istanbul und von dort dann wieder mit dem Zug zurück nach Frankfurt ging.

Fortsetzung folgt

Aus den Blogs

Restaurants haben es schwert seit der Pandemie. Die Leute gehen weniger aus, beachten offensichtlich nicht ihre Reservierung. Zu Weihnachten mussten wir im Heiligen Teufel Vorkasse leisten, um überhaupt einen Platz reservieren zu können. Maximilian Buddenbohm berichtet jetzt darüber, das Restaurants in Hamburg einen Mindestumsatz verlangen, wenn man Reservierung möchte. Er macht auch Anmerkungen zu diesem Monat, die mir sehr bekannt vorkommen.

Wie ein Amateur, der mit diesem Leben immer noch nicht recht umzugehen weiß, fragte ich mich im Laufe dieser Woche, was denn eigentlich mit mir los sei. Dieser fehlende Schwung, diese spürbare Eintrübung der Laune schon am frühen Vormittag. Diese geradezu albern anmutende Wehleidigkeit gegenüber der winterlichen milden Kälte da draußen, die so schlimm nun auch wieder nicht ist. Dazu noch dieses allgemeine Gefühl der Hinfälligkeit und die sich manchmal generalisiert anfühlende Unlust, die interessierte Teilnahme an den Freundeskreisen Dysphorie und Anhedonie.

Und danach noch

Währenddessen haben wir alle immerhin schon den 24. Januar erreicht. Den haben wir also fast schon verbraucht, erledigt und durchgebracht, diesen Monat. Danach nur noch eben die vollkommen erwartbare Februarverelendung durchmachen, dann kann man im März schon wieder ansatzweise vorwärtsorientiert denken und fühlen.

Noch ein letztes Mal möchte ich auf Maximilian Buddenbohm eingehen. Er spricht über neu eröffnete Restaurants in einer Ausgehmeile in seiner Nähe. Als ehemaliger Hamburger schätze ich, dass es sich dabei um die Lange Reihe handelt. Die Namen dieser Restaurants sind sich sehr ähnlich, weswegen er sich eine absurde Situation sind.

Im Goa auf Godot warten, der aber im Gao sitzt. Mit Blick auf das Gaia, in dem noch weitere Personen warten: Das ist dann unser Beckett 2026. Eine betont offene Inszenierung, an der zweifellos zahlreiche Laien spielfreudig teilnehmen werden.

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Die Kaltmamsell spricht über das Verhältnis zu Ärzten und darüber, dass man als kritische Patientin bezeichnet wird, wenn man einfach nachfragt. Das erinnert mich daran, dass eine Ärztin mich angemacht hat, als ich eine Nachfrage hatte, und gemeint hat, sie hätte nicht ihre Zeit zu verschwenden. Seitdem meide ich diese Ärztin in meiner Hausarztpraxis.

Und ich wurde wieder mal “kritische Patientin” genannt. Empfinden Ärzt*innen mein Bedürfnis nach detaillierter Information bis zum laienhaften Kapieren wirklich als “kritisch”? Ich widerspreche doch gar nicht oder äußere gar Kritik?

Im gleichen Post verweist sie auf La Vialla, bei denen wir auch Saucen und Olivenöl bestellen. Eigentlich sind wir sehr zufrieden, andererseits geht aus diesem Post hervor, dass auch die Leute in der Toskana Rinderhörner vergraben, also in Richtung Demeter gehen, eine Richtung, die wir als esoterisch eigentlich nicht unterstützen wollen. Sie verweist auch auf einen Artikel aus der Financial Times, der La Vialla beschreibt. Uns ärgert allerdings auch die Menge an Prospekten und Werbematerial, mit denen wir geflutet werden.

Seit ich dort selbst mal bestellte, werde ich von Marketing-Material geflutet – das mich mit seinem Idyll- und Heile-Welt-Branding in erster Linie misstrauisch machte

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Meqito schreibt über seine Einbürgerung in Berlin. Ich bin immer froh, wenn unsere Stadt bunter wird und heiße anders als manche Leute alle willkommen, die gerne hier leben. Auch wenn sie dann mit unfreundlichen Biodeutschen zu tun haben.

 

Gleich danach ging ich spontan direkt ins mobile Bürgeramt nebenan, wo man unkompliziert und ohne Termin Pass und Perso beantragen kann. Dort saßen zwei gut gelaunte Frauen mit eng gezurrtem Kopftuch und gratulierten mir fröhlich zur Staatsbürgerschaft. Bei den beiden Damen konnte ich auch ein Foto von mir schießen lassen und nach ein paar Unterschriften war alles erledigt.

Ich erwähne das mit dem Aussehen und dem Kopftuch deswegen, weil die einzige Person, die mich etwas schlecht gelaunt von der Seite anschnauzte, eine offensichtlich biodeutsche Frau in meinem Alter war, weil ich mit der Kamera etwas falsch verstanden hatte.

 

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Zu guter Letzt noch etwas über das Reisen mit dem Zug. Ich bin ja circa 15 Jahre mit dem Zug zwischen Berlin und Hamburg hin und her gependelt und war froh, dass ich das nicht mit dem Auto machen musste. Ich fahre gern Zug. Meine interessanteste Reise allerdings war 1972, als ich direkt von Frankfurt nach Istanbul mit dem Istanbul Express gefahren bin. Es war gut 50 Stunden mit einer Dampflok in einem Abteil mit acht Sitzen. Die Bundesbahn hatte damals ihre ältesten Wagen auf dieser Strecke eingesetzt, wahrscheinlich, weil sie glaubte, das besseres Material auf dem Balkon nur zu Schrott gefahren. Der Zug war voll besetzt mit freundlichen Menschen. Wir haben uns mit den Türken in unserem Abteil gut verstanden und wurden von Ihnen in Istanbul gleich in ein einfaches sauberes Hotel vermittelt, das wahrscheinlich Bekannten gehörte und damals 5 DM pro Nacht kostete.

Zu guter Letzt noch etwas über das Reisen mit dem Zug. Ich bin ja circa 15 Jahre mit dem Zug zwischen Berlin und Hamburg hin und her gependelt und war froh, dass ich das nicht mit dem Auto machen musste. Ich fahre gern Zug. Meine interessanteste Reise allerdings war 1972, als ich direkt von Frankfurt nach Istanbul mit dem Istanbul Express gefahren bin. Es war gut 50 Stunden mit einer Dampflok in einem Abteil mit acht Sitzen. Die Bundesbahn hatte damals ihre ältesten Wagen auf dieser Strecke eingesetzt, wahrscheinlich, weil sie glaubte, das besseres Material auf dem Balkon nur zu Schrott gefahren. Der Zug war voll besetzt mit freundlichen Menschen. Wir haben uns mit den Türken in unserem Abteil gut verstanden und wurden von Ihnen in Istanbul gleich in ein einfaches sauberes Hotel vermittelt, das wahrscheinlich Bekannten gehörte und damals 5 DM pro Nacht kostete.

Meine Mutter

Ich muss die Beschreibung meiner engeren Familienmitglieder weiterführen.Die Beschreibung meiner Mutter ist fast so schwierig wie die meiner Beziehung zu meiner Schwester.

Meine Mutter kam 1929 in Leipzig zur Welt. Wahrscheinlich ist sie dann irgendwann mit meinen Großeltern nach Breslau gezogen und hat prägende Jahre ihrer Jugend unter dem Naziregime verbracht. Zur Erinnerung: ihr Vater war bei der Kriminalpolizei in Wroclaw. Irgendwann gegen das Ende des Krieges sind sie geflohen und landeten im Osten Deutschlands, was später zur DDR wurde. Ich denke, hier hatte sie einige prägende Erlebnisse, aber das weiß ich nicht genau. Später floh die Familie weiter zum Priwall bei Lübeck und blieb dann in der Stadt.

Um 1950 herum lernte meine Mutter meinen Vater kennen, der Musiker war wie ihr Bruder, mein Onkel. Er hat sie miteinander bekannt gemacht. Anfang 1951 haben sie geheiratet, ich vermute mittlerweile, dass es deswegen war, damit ich als eheliches Kind auf die Welt komme.

Meine Mutter wurde dann im wesentlichen Hausfrau und betreute uns Kinder. Ich denke, sie war nicht glücklich damit. Soweit ich weiß, hatte sie Kindergärtnerin gelernt und wäre sicher auch gerne in den Beruf gegangen. Das war aber in den fünfziger Jahren wohl keine Option. Auch wenn mein Vater als Musiker wahrscheinlich nicht genug verdiente, um die Familie über Wasser zu halten.

1957 zogen wir dann nach Hamburg in eine Wohnung der Bundeswehr, da mein Vater einen Job als Musiker in Hamburg beim Musikkorps 6 der Bundeswehr angenommen hatte. Ich hab nur wenig Erinnerungen aus der Zeit davor, aber einige mehr danach. Eine war vielleicht merkwürdig, in all den Jahren, in dem wir klein waren, gab es immer Pakete aus der damaligen DDR von einem Professor Anders (?), über dessen Verhältnis zu unserer Familie nie so richtig geredet wurde. Ich weiß nicht, ob mein Verdacht richtig ist. Aber ich denke, dass das jemand war, den meine Mutter in ihrer kurzen Zeit in der sowjetischen Besatzungszone kennen gelernt hatte und den sie richtig mochte. 

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Soweit ich weiß, wurde meine Mutter immer als gesellig, umgänglich, und freundlich angesehen. Sie hatte aber auch andere Seiten. Als Allergikerin bestand sie auf einer speziellen Diät. Sie besorgte sich also zum Beispiel Rndertatar und wir durften nichts davon essen, bekamen anderes Zeug. Offensichtlicher wurde es bei den Getränken. Sie sagte, sie könne nur Limonade vertragen, damals Silvettalimonade Geschmacksrichtung Zitrone. Meine Schwester und ich durften bei Strafe nicht rangehen. Man kann sich vorstellen, was das mit Kindern macht. Ich war dann immer eher brav, meine Schwester nicht. Sie nahm manchmal eine Flasche aus dem Kasten und trank. Die angebrochene Flasche versteckt sie dann zum Beispiel hinter dem Vorhang. Öfter genug kam das raus.

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Die zweite Sache: meine Mutter übertrug ihre Ambitionen auf uns Kinder und wollte dafür sorgen, dass wir das alles erfüllten, was sie sich leicht erträumt hatte. Dazu gehörte Musikunterricht von klein auf, bei mir zuerst Blockflöte und dann Klavierunterricht, bei meiner Schwester zumindest Klavierunterricht. Obwohl ich Schwierigkeiten mit meiner linken Hand hatte, kein Wunder bei der überstandenen Polio, dachte ich immerhin zu einem Klavierkonzert auf dem Gymnasium. Es war aber absehbar, dass es bei mir nicht weiter ging, also konzentrierte sich unsere Mutter auf meine Schwester. Mir kam das gelegen, da sie dann Priorität am Klavier hatte und ich Gründe hatte, nicht mehr so richtig zu üben. Petra brachte es soweit, dass sie an einem Landesmusikwettbewerb in der Hamburger Musikhalle teilnahm, wo sie den sechsten Platz belegte.

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Das war auch so bei den schulischen Leistungen. Wenn was noch nicht klappte, dann gab es mit dem Kochlöffel auf die Finger oder mit dem Teppichklopfer auf den Hintern. Bei mir war es etwas weniger, weil ich in den normalen Fächern ich meine Leistung brachte. Aber zum Beispiel für den Kunstunterricht musste ich Sachen mit nach Hause nehmen und meine Mutter saß dann dabei, wenn ich eine schiefe Vase töpferte. Als meine Sportnote nicht gut genug war, wurde ich in einem Leichtathletikverein angemeldet, nicht, wie ich gewollt hätte in einem Fußballverein. Fußball spielen galt als proletarisch Ich muss aber sagen, im Sport hat es geholfen, ich wurde erheblich besser.

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Meine Mutter hat leider etwas erreicht: in meinem weiteren Leben fehlte häufig die Eigenmotivation, ich wurde immer erst auf Druck gut darin, Sachen zu erledigen. Im Alter von 15 oder 16 wurde es mir zu viel, ich weiß nicht mehr, über welcher Gelegenheit. Aber ich machte etwas ungeheuerliches: ich gab meiner Mutter eine Ohrfeige. Danach hatte ich letztlich meine Ruhe, es passierte sogar etwas Merkwürdiges. Meine Mutter schien stolz auf mich zu sein, sogar, als ich in einer Schulversammlung als Rädelsführer bei einem Schuhlstreik namentlich genannt wurde . Vielleicht ging es aber nur damit zusammen, dass ich auf Vorschlag der Schule mitten im Schuljahr von der neunten in die zehnte Klasse wechseln durfte. Als ich dann Auszug und zum Studium nach London ging, schaffte sich meine Mutter nach ihrer eigenen Aussage einen Cockerspaniel ein als Ersatz für mich.

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Meine Schwester dagegen erlebte die Härte des Regimes. Wahrscheinlich, weil sie sich mehr widersetzte als ich. Sie nahm sich Freunde, die meine Mutter missfielen, sie musste mehrmals die Schule wechseln und machte schließlich Abitur auf einem evangelischen halbprivaten Gymnasium. Zum Höhepunkt kam es, als sie sich einen katholischen Freund nahm. Meine Mutter war zutiefst evangelisch, oder tat so. Wir mussten jeden Sonntag in den Kindergottesdienst, wurden natürlich auch konfirmiert. Danach war für mich mit der Kirche Schluss. Meine Schwester hielt an ihrem katholischen Freund fest, heiratete ihn später und bekam zwei Kinder. Ironie des Schicksals: er verließ sie dann für eine andere Frau, als sie über 60 war.

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Meine Mutter starb im Alter von 52, an ihrem zweiten Herzanfall, hervorgerufen durch die Schwächung  ihres Herzens wegen des Asthmas. Beim ersten konnte mein Vater sie noch wiederbeleben, beim zweiten leider nicht.

Disclaimer: ich glaube, dass meine Erinnerung weitesgehend korrekt ist. Andererseits ist bekannt, dass Erinnerungen täuschen können.

Mein Großvater

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Fiat Topolino 1951

Wenn ich so richtig nachdenke, Dann weiß ich gar nicht so viel von meinem Großvater. Es gibt große Lücken in seinem Lebenslauf. 1894 in Hamburg, geboren ging er in den frühen 1900er Jahren. Mit seiner Mutter in die USA, soweit ich weiß nach New York, wo sie versuchte, sich als Klavierlehrerin zu etablieren. Aber irgendwann kamen beide wieder zurück. Was danach passierte, ist mir unklar. Er heiratete meine Großmutter und sie gelandeten in Leipzig, wo sowohl meine Mutter als auch mein früh verstorbener Onkel geboren wurden. Gerüchteweise waren sie dann in der Nazizeit in Breslau, wo er angeblich als Mitglied der Kriminalpolizei arbeitete. Was er dort macht und woran er beteiligt war, weiß ich nicht.

Irgendwann enden sie in Lübeck, wo sie eine kleine Einliegerwohnung in einem Häuschen mieteten. Mein Großvater arbeitete als Handelsvertreter, und ich erinnere mich daran, dass er in meiner frühsten Erinnerung für sein Beruf, einen Fiat wie oben im Bild benutzte. Dieser wurde später durch ein grünes Modell ohne Holz ersetzt. In diesem machte ich mit meinen Großeltern einen ausgedehnten Zelturlaub in Süddeutschland. Das muss in einem heißen Sommer gewesen sein. Wahrscheinlich 1959. Ich erinnere mich an Fetzen: wie ich quer in einem grünen Hauszelt hinter den beiden Großeltern schlief; wie irgendwo im Odenwald ein Junge Forellen mit Pfeil und Bogen geschossen hat; wie ich irgendwo für meine Mutter eine elfenbeingeschnitzte Brosche gekauft habe. Für mich faszinierend in seiner Wohnung war der Schreibtisch mit Locher Büroklammern Papier, Radiergummi, Stiften. In unserem Musikerhaushalt gab es sowas nicht.

Mein Großvater muss mich gern gehabt haben. Zur Taufe bekam ich ein silbernes Besteck mit Monographie und als junge um zehn oder Elf herum, eine elektrische Modelleisenbahn. Mein Großeltern hatten einen Terrier, der sicher zu einem Großteil auch dafür verantwortlich ist, dass ich manchmal mit Hunden nicht so richtig etwas anfangen kann. Er war der Ersatz für eine Floria, die von einem Auto überfahren war und der Fell als Läufer im Arbeitszimmer meines Großvaters lag. Gloria war ein fettleibiger fauler Hund, der die Treppen hoch getragen werden musste.

Ich denke, meinen Vater mochte er nicht so richtig. Ich bin auch nicht sicher, ob die Legende meiner Mutter stimmt,dass sie mich gezeugt haben, um heiraten zu können. Vielleicht war es doch eine Zwangsheirat, die so manches im Verhältnis meiner Eltern und vielleicht auch besonders im Leben meiner Mutter erklären könnte.

Mein Großvater starb 1976 infolge eines Schlaganfalls, nachdem meine Großmutter ihn noch einige Monate hatte pflegen müssen.

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Meine Großmutter

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Ich ca. 1967 im von meiner Oma spendiertem Jacket

Gestern, am 17. November, war der 125. Geburtstag meiner Oma. Sie war für mich sicher eine der prägenden Figuren in meiner Kindheit.

Geboren wurde sie im Jahre 1900 als jüngstes Kind von, ich glaube, zehn Geschwistern. Diese hatte sie alle überlebt. In den 192ern heirate meinen Großvater mütterlicherseits. Im Jahr 1924 wurde ihr Sohn geboren und im Jahre 1929 meine Mutter. Damals lebten sie in Leipzig. Aber irgendwann im Laufe des III Reiches zog sie nach Breslau, heute Wroclaw. Was sie dort genau machen oder warum sie dort hingegangen sind, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass mein Großvater dort als Mitglied der Kriminalpolizei gearbeitet hat. Ich denke, was Gutes hat er dort nicht getan.

Irgendwie, ich weiß auch nicht wie, landete sie dann in Lübeck in einer Einliegerwohnung in einer Lübecker Randbesiedlung. Meine Eltern und wir lebten damals in einem Flüchtlingslager in Lübeck Blankensee, gelegen in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne. Darüber hatte ich bereits berichtet. Ich hatte eine enge Beziehung zu meinen Großeltern. Im Alter von sechs oder sieben bin ich aus Lübeck Blankensee mit dem Bus zu Ihnen gefahren – unbegleitet mit msteugen..

Später zogen wir nach Hamburg, aber die Beziehung zu meinen Großeltern bestand. Im Jahre 1959, da war ich fast neun Jahre alt ging ich mit ihnen auf eine Zeltreise nach Süddeutschland. Wir waren im deutschen Museum in München, im Odenwald, glaube ich habe ich gesehen, wie ein einheimischer eine Forelle mit Pfeil und Bogen geschossen hatte. Weiterhin waren wir, so glaube ich, in Idar-Oberstein, wo ich für meine Mutter eine Elfenbeinbrosche gekauft habe.

Später war ich neidisch auf meine Schwester, weil unsere Großmutter ihr immer wieder Kleidung schneiderte. Bis du mir irgendwann erklärte, dass sie keine Männerklamotten keine und mich mitnahm zu Hettlage und Lampe. Dort kaufte sie mir ein braunes Jacket mit schrägen Taschen, dass ich als voll modisch empfand.

Der Kontakt riss nie ab. Erst verlor sie ihren Sohn im Jahr 1974, er starb an Alkoholmissbrauch. Ein Schicksal für viele Musiker. 1976 sie ihren Mann, meinen Großvater. Und dann 1982 meine Mutter, ihre Tochter. Das war das Jahr, in dem ich meine erste Frau kennen lernte.

Ich besuchte sie immer noch regelmäßig, und sie war auch bei meiner Hochzeit 1986. Sie war damals schon im Heim, sie hatte sich den Arm gebrochen und musste aus ihrer Wohnung ausziehen. Meine damalige Frau und ich haben ihre Wohnung ausgeräumt und viele Stücke in unser damaliges Wochenendhaus in Lüchow-Dannenberg verbracht.

Ich besuchte sie regelmäßig noch im Heim und versorgte sie auch mit ihrem geliebten Weinbrand, von dem sie doch regelmäßig ein volles Glas zu sich nahm.

Bei meiner Hochzeit im Jahr 1986 war sie noch dabei. Ich erinnere mich, wie sie tapfer versuchte, das Hochzeitsmenü aufzuessen, weil sie es gelernt hatte, dass man Essen nicht liegen lassen darf.

Sie war schon ein wenig prägend für mich und ich glaube auch für unsere ganze Familie. Aber das sollte dann ein anderes Thema sein.

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Berufsleben – Teil 4: Tutech

Mein Mac mit Windows bei Tutech

Nach einem halben Jahr Nichtstun in Berlin beschloss ich im Somnmer 2002 Monica Schofield von der Tutech, zu kontaktieren, die ich auf dem Projektreffen für das Demos-Projekt kennengelernt hatte. Sie bot mir zunächst einen kleinen, freiberuflichen Auftrag an, bei dem es um die Entwicklung eines Systems für eine Website betreffend, logistischer Angebote und Quellen. Hier sollte ich entsprechende Datenstrukturen entwickeln und vorschlagen. Daraus entstand dann eurift.

Danach wurde ich angestellt, allerdings nicht fest, sondern mit Zeitverträgen, die von einem Monat bis zu drei Jahren galten. Eigentlich sollten solche Verträge nur projektbezogen möglich sein. Ausgestellt waren sie auch so. Trotzdem arbeitete ich meistens an mehreren verschiedenen Aufgaben gleichzeitig. Theoretisch hätte vielleicht ein Vorgehen von dem Arbeitsgericht einen unbefristeten Vertrag eingebracht.

Die Arbeit war allerdings interessant und wechselhaft. In BSKR ging es um die Zusammenarbeit zwischen Regionen in der Ostseeregion: Hamburg, Öresund und Helsinki. Über den Aufbau eines Marie-Curie-Netzwerks habe ich schon in diesem Post berichtet. Für LifeLongJoints habe ich den Forschungsantrag für ein Projekt zur Entwicklung von langen haltenden Hüftgelenksprothesen mit entwickelt. Ich habe die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern in Bezug auf die Teilnahme an europäischen Projekten beraten und habe dadurch Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg kennen gelernt. Nachdem Monica Schofield mich im Jahr 2002 gebeten hatte, sie bei der europäischen Kommission bei der Auswahl von Projektanträgen im Gesundheits- und IT- Bereich zu vertreten, habe ich mehrfach bis auch nach meinem Ausschalten aus dem Arbeitsleben als Gutachter für die europäische Kommission gearbeitet.

Mein letztes Projekt bei Tutech und in meinem Arbeitsleben überhaupt war ARTRAC. Hierbei ging es um die Entwicklung eines Radars für kleinere Fahrzeuge einschließlich der passenden Software zur Vermeidung von Kollisionen. Das entwickelte Radar wurde in einem VW Golf und in einem Fiat 500 eingebaut und erfolgreich auf den Testgelände von Volkswagen demonstriert.

Wer meine bisherige Beiträge sorgfältig gelesen hat, wird schon ahnen, was jetzt kommt. 21 Monate vor meinem Renteneintritt bekam ich keinen Vertrag mehr, weil die Tutech aus wirtschaftlichen Gründen konsolidiert werden musste. Diese Zeit wurde dann vom Arbeitsamt finanziert, dass mich aber durchaus in Ruhe gelassen hat, weil sie gesehen haben, dass mit einem Alter von 63+ wohl keine Jobvermittlung zu Stande kommen würde.

Als kleines Fazit meines Berufsleben kann ich sagen:

1. Ich habe alle westeuropäischen Länder im Laufe meines Berufsleben kennen gelernt. Außer Portugal, Liechtenstein, Andorra und San Marino. Dazu kamen Slowenien, Estland, Litauen und Israel.

2. Ich habe viele äußerst interessante spannende und vielfältige Fachgebiete kennen gelernt..

3. Ich habe den Firmen, bei denen ich gearbeitet habe, wohl nur Pech gebracht, denn alle Arbeitsverhältnisse endeten dadurch, dass die Arbeitgeber in wirtschaftliche Schwierigkeiten bis zur Pleite gerieten.

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Teil 1

Teil 2

Teil 3

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