Gegenwärtiges und Vergangenes

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Aus den Blogs

Restaurants haben es schwert seit der Pandemie. Die Leute gehen weniger aus, beachten offensichtlich nicht ihre Reservierung. Zu Weihnachten mussten wir im Heiligen Teufel Vorkasse leisten, um überhaupt einen Platz reservieren zu können. Maximilian Buddenbohm berichtet jetzt darüber, das Restaurants in Hamburg einen Mindestumsatz verlangen, wenn man Reservierung möchte. Er macht auch Anmerkungen zu diesem Monat, die mir sehr bekannt vorkommen.

Wie ein Amateur, der mit diesem Leben immer noch nicht recht umzugehen weiß, fragte ich mich im Laufe dieser Woche, was denn eigentlich mit mir los sei. Dieser fehlende Schwung, diese spürbare Eintrübung der Laune schon am frühen Vormittag. Diese geradezu albern anmutende Wehleidigkeit gegenüber der winterlichen milden Kälte da draußen, die so schlimm nun auch wieder nicht ist. Dazu noch dieses allgemeine Gefühl der Hinfälligkeit und die sich manchmal generalisiert anfühlende Unlust, die interessierte Teilnahme an den Freundeskreisen Dysphorie und Anhedonie.

Und danach noch

Währenddessen haben wir alle immerhin schon den 24. Januar erreicht. Den haben wir also fast schon verbraucht, erledigt und durchgebracht, diesen Monat. Danach nur noch eben die vollkommen erwartbare Februarverelendung durchmachen, dann kann man im März schon wieder ansatzweise vorwärtsorientiert denken und fühlen.

Noch ein letztes Mal möchte ich auf Maximilian Buddenbohm eingehen. Er spricht über neu eröffnete Restaurants in einer Ausgehmeile in seiner Nähe. Als ehemaliger Hamburger schätze ich, dass es sich dabei um die Lange Reihe handelt. Die Namen dieser Restaurants sind sich sehr ähnlich, weswegen er sich eine absurde Situation sind.

Im Goa auf Godot warten, der aber im Gao sitzt. Mit Blick auf das Gaia, in dem noch weitere Personen warten: Das ist dann unser Beckett 2026. Eine betont offene Inszenierung, an der zweifellos zahlreiche Laien spielfreudig teilnehmen werden.

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Die Kaltmamsell spricht über das Verhältnis zu Ärzten und darüber, dass man als kritische Patientin bezeichnet wird, wenn man einfach nachfragt. Das erinnert mich daran, dass eine Ärztin mich angemacht hat, als ich eine Nachfrage hatte, und gemeint hat, sie hätte nicht ihre Zeit zu verschwenden. Seitdem meide ich diese Ärztin in meiner Hausarztpraxis.

Und ich wurde wieder mal “kritische Patientin” genannt. Empfinden Ärzt*innen mein Bedürfnis nach detaillierter Information bis zum laienhaften Kapieren wirklich als “kritisch”? Ich widerspreche doch gar nicht oder äußere gar Kritik?

Im gleichen Post verweist sie auf La Vialla, bei denen wir auch Saucen und Olivenöl bestellen. Eigentlich sind wir sehr zufrieden, andererseits geht aus diesem Post hervor, dass auch die Leute in der Toskana Rinderhörner vergraben, also in Richtung Demeter gehen, eine Richtung, die wir als esoterisch eigentlich nicht unterstützen wollen. Sie verweist auch auf einen Artikel aus der Financial Times, der La Vialla beschreibt. Uns ärgert allerdings auch die Menge an Prospekten und Werbematerial, mit denen wir geflutet werden.

Seit ich dort selbst mal bestellte, werde ich von Marketing-Material geflutet – das mich mit seinem Idyll- und Heile-Welt-Branding in erster Linie misstrauisch machte

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Meqito schreibt über seine Einbürgerung in Berlin. Ich bin immer froh, wenn unsere Stadt bunter wird und heiße anders als manche Leute alle willkommen, die gerne hier leben. Auch wenn sie dann mit unfreundlichen Biodeutschen zu tun haben.

 

Gleich danach ging ich spontan direkt ins mobile Bürgeramt nebenan, wo man unkompliziert und ohne Termin Pass und Perso beantragen kann. Dort saßen zwei gut gelaunte Frauen mit eng gezurrtem Kopftuch und gratulierten mir fröhlich zur Staatsbürgerschaft. Bei den beiden Damen konnte ich auch ein Foto von mir schießen lassen und nach ein paar Unterschriften war alles erledigt.

Ich erwähne das mit dem Aussehen und dem Kopftuch deswegen, weil die einzige Person, die mich etwas schlecht gelaunt von der Seite anschnauzte, eine offensichtlich biodeutsche Frau in meinem Alter war, weil ich mit der Kamera etwas falsch verstanden hatte.

 

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Zu guter Letzt noch etwas über das Reisen mit dem Zug. Ich bin ja circa 15 Jahre mit dem Zug zwischen Berlin und Hamburg hin und her gependelt und war froh, dass ich das nicht mit dem Auto machen musste. Ich fahre gern Zug. Meine interessanteste Reise allerdings war 1972, als ich direkt von Frankfurt nach Istanbul mit dem Istanbul Express gefahren bin. Es war gut 50 Stunden mit einer Dampflok in einem Abteil mit acht Sitzen. Die Bundesbahn hatte damals ihre ältesten Wagen auf dieser Strecke eingesetzt, wahrscheinlich, weil sie glaubte, das besseres Material auf dem Balkon nur zu Schrott gefahren. Der Zug war voll besetzt mit freundlichen Menschen. Wir haben uns mit den Türken in unserem Abteil gut verstanden und wurden von Ihnen in Istanbul gleich in ein einfaches sauberes Hotel vermittelt, das wahrscheinlich Bekannten gehörte und damals 5 DM pro Nacht kostete.

Zu guter Letzt noch etwas über das Reisen mit dem Zug. Ich bin ja circa 15 Jahre mit dem Zug zwischen Berlin und Hamburg hin und her gependelt und war froh, dass ich das nicht mit dem Auto machen musste. Ich fahre gern Zug. Meine interessanteste Reise allerdings war 1972, als ich direkt von Frankfurt nach Istanbul mit dem Istanbul Express gefahren bin. Es war gut 50 Stunden mit einer Dampflok in einem Abteil mit acht Sitzen. Die Bundesbahn hatte damals ihre ältesten Wagen auf dieser Strecke eingesetzt, wahrscheinlich, weil sie glaubte, das besseres Material auf dem Balkon nur zu Schrott gefahren. Der Zug war voll besetzt mit freundlichen Menschen. Wir haben uns mit den Türken in unserem Abteil gut verstanden und wurden von Ihnen in Istanbul gleich in ein einfaches sauberes Hotel vermittelt, das wahrscheinlich Bekannten gehörte und damals 5 DM pro Nacht kostete.

Aus der Blogosphäre

In den Nuller Jahren dieses Jahrtausend kamen Blocks auf und waren recht beliebt. Auch ich fing damals an, unser Blog zu schreiben und machte das einige Zeit, bis es durch Spam zerstört wurde. Es war auch üblich, andere Blogs zu lesen und sich gegenseitig zu verlinken. Auf unserer alten Webseite hatten wir eine Liste von gelesenen Blocks, leider habe ich es noch nicht geschafft, diese auch wieder in die Seitenleiste einzubauen.

Ich lese immer noch die Blogs und möchte einige bemerkenswerte Ausschnitte aus der letzten Zeit hier aufführen.

Termine beim Arzt

Für die Terminvereinbarung bei Ärzten wird immer häufiger Doctolib eingesetzt, eine französische Software, die unter anderem auch wegen ihres zweifelhaften Umgangs mit dem Daten der Patienten ins Gerede gekommen ist. Die Kaltmamsel schreib darüber in diesem Beitrag und beschreibt den Umgang ihrer Praxis mit der Krankenkassenkarte.

Neue Abenteuer in Online-Medizin: Ich brauche ein Rezept von meiner Hausarztpraxis. Der vorherige Versuch einer reinen Online-Abwicklung scheiterte daran, dass ich in diesem Quartal nicht persönlich in der Praxis gewesen war und meine Krankenkassenkarte deshalb für dieses Quartal noch nicht eingelesen war. Das wird auch in Zukunft hoffentlich bei fast jeder Rezeptbestellung so sein, sonst wäre ich ja schlimm genug krank gewesen für einen Arztbesuch. Diesmal schickte ich eine Rezeptbitte per Online-Formular der Praxis ab (netterweise gibt es eine Möglichkeit außerhalb von Doctolib – das wir wirklich lieber meiden wollen).

Bei mir geht das alles bisschen gelassener, ich bekomme das Rezept auf die Karte und lege sie dann irgendwann einmal vor. Das macht sogar die Charité in Berlin.

Weihnachtsmärkte

Ich habe eigentlich nie viel von den Weihnachtsmärkten gehalten, zumindest nicht in den letzten Jahren. Was ist der Sinn darin, in der Kälte an einem Stehtisch zu stehen und, weil es so kalt ist, Glühwein zu trinken, den man nicht unbedingt verträgt? Jetzt sprießen die Weihnachtsmärkte wieder aus dem Boden und Max Buddenbohm berichtet dazu auf seinen Blog.

Währenddessen nimmt aber, November hin oder her, die Verholzhüttung der Innenstadt stark zu und der Dezember drängt wie immer mit Vehemenz in den Monat vor ihm ein und wird auch den nach ihm noch schwer belasten, wir kennen das. Eine übergriffige Angelegenheit ist dieser herandrohende Dezember und als Monat ohne Weihnachten kaum zu greifen. Wie überhaupt der „Winter ohne Weihnacht“, es ergibt sich fast von selbst, noch vor Ablauf der Jahreszeit eine eigene Playlist wert ist. Mit gar nicht so vielen Fundstücken, nehme ich an.

Die Holzhütten stehen mir im Weg, buchstäblich auf meinen Spazierstrecken stehen sie. Wie in jedem Jahr nehme ich es indigniert zur Kenntnis. In Kürze stehen da auch die zuverlässig angetrunkenen Stadttouristenmassen und dazu dann noch die vielen, vielen Terrorsperren aus Betonklötzen. Es sind wieder mehr als im letzten Jahr und sie stehen auch an neuen Stellen, es sind noch mehr in meinem Weg.

Und er legt dann nach:

In der Innenstadt füllt es sich nun erwartungsgemäß schnell. Es wird deutlich enger auf meinen frühabendlichen Wegen. Gerade Linien kann ich kaum noch gehen, ganz ohne eigenen Alkoholkonsum. Aber apropos Alkohol, die ersten Glühweingrüppchen schwankten gestern schon an der Strecke, klirrendes Anstoßen mit Teambuilding-Gelächter nach Büroschluss. Passend zum ersten Schnee sah und hörte ich dazu noch erste Straßenmusikanten mit den obligatorischen Weihnachtskrachern. Auch schüchtern singende Pfadfindermädchen darunter, kaum zu hören eigentlich. Aber Geld gab es doch für sie, wie ich sah. Schon das bloße Hinstellen wurde da von den Passanten honoriert.

Der Kanzler hätte deutlich mehr Leistung verlangt, dachte ich im Vorbeigehen, und warum soll er nicht auch einmal recht haben. Auch wenn es vermutlich eine Premiere wäre.

Ausstellung

Kid37 berichtet über eine ungewöhnliche Kunstausstellung in Hamburg. Ungewöhnlich, weil sie in einem Sexshop stattfindet. Er schreibt. dazu:

Also steht man da mit Ah! und Oh! im Sexshop, unterhält sich angeregt mit Künstlerin und Leuten vom Laden, beschaut die Siebdrucke an den Wänden von Weitem, von Nahem und von schräg, trifft tatsächlich auch noch – ach, du auch hier! – unerwartet Bekannte unter den Besuchern, was ja ein weiterer Anekdotenklassiker solcher Lokalitäten ist. (Die andere war, Wie ich einmal fast in einem Sexshop einschlief.) Ein munterer Abend also, und das Schöne ist: Die Ausstellung läuft noch länger, und die Drucke kann man vor Ort kaufen.

 

Geschenkezeit

 

Hanna und ich haben uns aus dem Geschenkestress ausgeklinkt und schenken uns schon lange nichts mehr. Und auch sonst gegenüber anderen Leuten gibt es kleine, rituelle Kleinigkeiten, die aber verzehrt werden können. Ansonsten schenken wir nichts.

 

Und wenn man schenkt, dann sollte man sich wirklich dazu Gedanken machen. Und diese macht sich auch Meike in ihrem Beitrag.

 

Heute plagen mich starke Konsumwünsche. Kann sein, dass es an dem Weihnachtsrauschen liegt, dass immer stärker fühlbar wird oder ist es wieder die Müdigkeit? Die Holzbuden stehen schon, ich habe auch schon die ersten Weihnachtslieder gehört. Auch der Mann droppt immer öfter Wünsche. Er ist ja wie ein kleines Kind und kann Weihnachten und die Geschenke kaum erwarten. Ich möchte ja am liebsten gar nichts oder zumindest nur Erlebnisse geschenkt bekommen. Bitte nicht noch mehr Kram in der Wohnung! Im Newsletter der Ordnungsexpertin Mandy Semkow las ich davon, diesen Wunsch allen mitzuteilen, mit denen Geschenktausch irgendwie ansteht. Das mache ich seit Jahren, aber ich werde mir dieses Jahr noch mehr zu Herzen nehmen zu begründen, warum ich das will. Zitat aus dem Newsletter: „Du hilfst mir, wenn du mir nichts schenkst … Erkläre ihnen, dass sie dir sehr dabei helfen würden, dein Ziel von einem schönen Zuhause zu erreichen, wenn sie sich in diesem Jahr daran halten könnten, Immaterielles zu schenken oder zu fragen, was du wirklich brauchst. Jede*r hilft gern, wenn er oder sie darum gebeten wird. Deshalb ist genau dieses Formulierung so wirkungsvoll und wird häufig auch angenommen und befolgt.“

Neues Stück von Bach

 

Vielleicht habt ihr auch davon gehört, dass ein neues Stück vom Johann Sebastian Bach aufgetaucht ist, beziehungsweise ihm zugeschrieben werden konnte. Wer es anhören möchte, kann es in diesem Beitrag.

 

Autokauf

 

Der Kauf von Autos scheint heute nicht so ganz einfach zu sein. Vielleicht lief es daran, dass in diesen Beitrag offensichtlich nach einem E-Auto gesucht wurde und das für die Autoverkäufer in diesem unserem Lande nicht so besonders attraktiv erscheint. Oder sie bekommen besondere Provision, wenn sie die Verbrenner losschlagen?

 

Wo auch immer ich die Geschichte beginne, die Quintessenz bleibt die gleiche: Die Autohäuser im Ruhrgebiet scheinen kein Interesse zu haben, Autos zu verkaufen. Lieblose Inserate, aus denen man mittels Str+F und KI die wesentlichen Ausstattungsmerkmale herausfiltern muss, unbeantwortete E-Mails, Hinterhertelefonieren, Rückrufversprechen ohne Rückruf, schließlich Antworten auf Fragen, die man nicht gestellt hat – dafür keine Antworten auf gestellte Fragen, keinerlei Interesse am Kundenbedürfnis und insgesamt eine aus allen Poren strömende Verkaufsunlust, vor der man den Hut ziehen möchte.

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Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.