Gegenwärtiges und Vergangenes

Autor: Axel (Seite 7 von 12)

Aus der Blogosphäre

In den Nuller Jahren dieses Jahrtausend kamen Blocks auf und waren recht beliebt. Auch ich fing damals an, unser Blog zu schreiben und machte das einige Zeit, bis es durch Spam zerstört wurde. Es war auch üblich, andere Blogs zu lesen und sich gegenseitig zu verlinken. Auf unserer alten Webseite hatten wir eine Liste von gelesenen Blocks, leider habe ich es noch nicht geschafft, diese auch wieder in die Seitenleiste einzubauen.

Ich lese immer noch die Blogs und möchte einige bemerkenswerte Ausschnitte aus der letzten Zeit hier aufführen.

Termine beim Arzt

Für die Terminvereinbarung bei Ärzten wird immer häufiger Doctolib eingesetzt, eine französische Software, die unter anderem auch wegen ihres zweifelhaften Umgangs mit dem Daten der Patienten ins Gerede gekommen ist. Die Kaltmamsel schreib darüber in diesem Beitrag und beschreibt den Umgang ihrer Praxis mit der Krankenkassenkarte.

Neue Abenteuer in Online-Medizin: Ich brauche ein Rezept von meiner Hausarztpraxis. Der vorherige Versuch einer reinen Online-Abwicklung scheiterte daran, dass ich in diesem Quartal nicht persönlich in der Praxis gewesen war und meine Krankenkassenkarte deshalb für dieses Quartal noch nicht eingelesen war. Das wird auch in Zukunft hoffentlich bei fast jeder Rezeptbestellung so sein, sonst wäre ich ja schlimm genug krank gewesen für einen Arztbesuch. Diesmal schickte ich eine Rezeptbitte per Online-Formular der Praxis ab (netterweise gibt es eine Möglichkeit außerhalb von Doctolib – das wir wirklich lieber meiden wollen).

Bei mir geht das alles bisschen gelassener, ich bekomme das Rezept auf die Karte und lege sie dann irgendwann einmal vor. Das macht sogar die Charité in Berlin.

Weihnachtsmärkte

Ich habe eigentlich nie viel von den Weihnachtsmärkten gehalten, zumindest nicht in den letzten Jahren. Was ist der Sinn darin, in der Kälte an einem Stehtisch zu stehen und, weil es so kalt ist, Glühwein zu trinken, den man nicht unbedingt verträgt? Jetzt sprießen die Weihnachtsmärkte wieder aus dem Boden und Max Buddenbohm berichtet dazu auf seinen Blog.

Währenddessen nimmt aber, November hin oder her, die Verholzhüttung der Innenstadt stark zu und der Dezember drängt wie immer mit Vehemenz in den Monat vor ihm ein und wird auch den nach ihm noch schwer belasten, wir kennen das. Eine übergriffige Angelegenheit ist dieser herandrohende Dezember und als Monat ohne Weihnachten kaum zu greifen. Wie überhaupt der „Winter ohne Weihnacht“, es ergibt sich fast von selbst, noch vor Ablauf der Jahreszeit eine eigene Playlist wert ist. Mit gar nicht so vielen Fundstücken, nehme ich an.

Die Holzhütten stehen mir im Weg, buchstäblich auf meinen Spazierstrecken stehen sie. Wie in jedem Jahr nehme ich es indigniert zur Kenntnis. In Kürze stehen da auch die zuverlässig angetrunkenen Stadttouristenmassen und dazu dann noch die vielen, vielen Terrorsperren aus Betonklötzen. Es sind wieder mehr als im letzten Jahr und sie stehen auch an neuen Stellen, es sind noch mehr in meinem Weg.

Und er legt dann nach:

In der Innenstadt füllt es sich nun erwartungsgemäß schnell. Es wird deutlich enger auf meinen frühabendlichen Wegen. Gerade Linien kann ich kaum noch gehen, ganz ohne eigenen Alkoholkonsum. Aber apropos Alkohol, die ersten Glühweingrüppchen schwankten gestern schon an der Strecke, klirrendes Anstoßen mit Teambuilding-Gelächter nach Büroschluss. Passend zum ersten Schnee sah und hörte ich dazu noch erste Straßenmusikanten mit den obligatorischen Weihnachtskrachern. Auch schüchtern singende Pfadfindermädchen darunter, kaum zu hören eigentlich. Aber Geld gab es doch für sie, wie ich sah. Schon das bloße Hinstellen wurde da von den Passanten honoriert.

Der Kanzler hätte deutlich mehr Leistung verlangt, dachte ich im Vorbeigehen, und warum soll er nicht auch einmal recht haben. Auch wenn es vermutlich eine Premiere wäre.

Ausstellung

Kid37 berichtet über eine ungewöhnliche Kunstausstellung in Hamburg. Ungewöhnlich, weil sie in einem Sexshop stattfindet. Er schreibt. dazu:

Also steht man da mit Ah! und Oh! im Sexshop, unterhält sich angeregt mit Künstlerin und Leuten vom Laden, beschaut die Siebdrucke an den Wänden von Weitem, von Nahem und von schräg, trifft tatsächlich auch noch – ach, du auch hier! – unerwartet Bekannte unter den Besuchern, was ja ein weiterer Anekdotenklassiker solcher Lokalitäten ist. (Die andere war, Wie ich einmal fast in einem Sexshop einschlief.) Ein munterer Abend also, und das Schöne ist: Die Ausstellung läuft noch länger, und die Drucke kann man vor Ort kaufen.

 

Geschenkezeit

 

Hanna und ich haben uns aus dem Geschenkestress ausgeklinkt und schenken uns schon lange nichts mehr. Und auch sonst gegenüber anderen Leuten gibt es kleine, rituelle Kleinigkeiten, die aber verzehrt werden können. Ansonsten schenken wir nichts.

 

Und wenn man schenkt, dann sollte man sich wirklich dazu Gedanken machen. Und diese macht sich auch Meike in ihrem Beitrag.

 

Heute plagen mich starke Konsumwünsche. Kann sein, dass es an dem Weihnachtsrauschen liegt, dass immer stärker fühlbar wird oder ist es wieder die Müdigkeit? Die Holzbuden stehen schon, ich habe auch schon die ersten Weihnachtslieder gehört. Auch der Mann droppt immer öfter Wünsche. Er ist ja wie ein kleines Kind und kann Weihnachten und die Geschenke kaum erwarten. Ich möchte ja am liebsten gar nichts oder zumindest nur Erlebnisse geschenkt bekommen. Bitte nicht noch mehr Kram in der Wohnung! Im Newsletter der Ordnungsexpertin Mandy Semkow las ich davon, diesen Wunsch allen mitzuteilen, mit denen Geschenktausch irgendwie ansteht. Das mache ich seit Jahren, aber ich werde mir dieses Jahr noch mehr zu Herzen nehmen zu begründen, warum ich das will. Zitat aus dem Newsletter: „Du hilfst mir, wenn du mir nichts schenkst … Erkläre ihnen, dass sie dir sehr dabei helfen würden, dein Ziel von einem schönen Zuhause zu erreichen, wenn sie sich in diesem Jahr daran halten könnten, Immaterielles zu schenken oder zu fragen, was du wirklich brauchst. Jede*r hilft gern, wenn er oder sie darum gebeten wird. Deshalb ist genau dieses Formulierung so wirkungsvoll und wird häufig auch angenommen und befolgt.“

Neues Stück von Bach

 

Vielleicht habt ihr auch davon gehört, dass ein neues Stück vom Johann Sebastian Bach aufgetaucht ist, beziehungsweise ihm zugeschrieben werden konnte. Wer es anhören möchte, kann es in diesem Beitrag.

 

Autokauf

 

Der Kauf von Autos scheint heute nicht so ganz einfach zu sein. Vielleicht lief es daran, dass in diesen Beitrag offensichtlich nach einem E-Auto gesucht wurde und das für die Autoverkäufer in diesem unserem Lande nicht so besonders attraktiv erscheint. Oder sie bekommen besondere Provision, wenn sie die Verbrenner losschlagen?

 

Wo auch immer ich die Geschichte beginne, die Quintessenz bleibt die gleiche: Die Autohäuser im Ruhrgebiet scheinen kein Interesse zu haben, Autos zu verkaufen. Lieblose Inserate, aus denen man mittels Str+F und KI die wesentlichen Ausstattungsmerkmale herausfiltern muss, unbeantwortete E-Mails, Hinterhertelefonieren, Rückrufversprechen ohne Rückruf, schließlich Antworten auf Fragen, die man nicht gestellt hat – dafür keine Antworten auf gestellte Fragen, keinerlei Interesse am Kundenbedürfnis und insgesamt eine aus allen Poren strömende Verkaufsunlust, vor der man den Hut ziehen möchte.

——————————————

Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Mein Großvater

https://classiccardb.com/uploads/postfotos/1951-fiat-topolino-for-sale-4.jpg

Fiat Topolino 1951

Wenn ich so richtig nachdenke, Dann weiß ich gar nicht so viel von meinem Großvater. Es gibt große Lücken in seinem Lebenslauf. 1894 in Hamburg, geboren ging er in den frühen 1900er Jahren. Mit seiner Mutter in die USA, soweit ich weiß nach New York, wo sie versuchte, sich als Klavierlehrerin zu etablieren. Aber irgendwann kamen beide wieder zurück. Was danach passierte, ist mir unklar. Er heiratete meine Großmutter und sie gelandeten in Leipzig, wo sowohl meine Mutter als auch mein früh verstorbener Onkel geboren wurden. Gerüchteweise waren sie dann in der Nazizeit in Breslau, wo er angeblich als Mitglied der Kriminalpolizei arbeitete. Was er dort macht und woran er beteiligt war, weiß ich nicht.

Irgendwann enden sie in Lübeck, wo sie eine kleine Einliegerwohnung in einem Häuschen mieteten. Mein Großvater arbeitete als Handelsvertreter, und ich erinnere mich daran, dass er in meiner frühsten Erinnerung für sein Beruf, einen Fiat wie oben im Bild benutzte. Dieser wurde später durch ein grünes Modell ohne Holz ersetzt. In diesem machte ich mit meinen Großeltern einen ausgedehnten Zelturlaub in Süddeutschland. Das muss in einem heißen Sommer gewesen sein. Wahrscheinlich 1959. Ich erinnere mich an Fetzen: wie ich quer in einem grünen Hauszelt hinter den beiden Großeltern schlief; wie irgendwo im Odenwald ein Junge Forellen mit Pfeil und Bogen geschossen hat; wie ich irgendwo für meine Mutter eine elfenbeingeschnitzte Brosche gekauft habe. Für mich faszinierend in seiner Wohnung war der Schreibtisch mit Locher Büroklammern Papier, Radiergummi, Stiften. In unserem Musikerhaushalt gab es sowas nicht.

Mein Großvater muss mich gern gehabt haben. Zur Taufe bekam ich ein silbernes Besteck mit Monographie und als junge um zehn oder Elf herum, eine elektrische Modelleisenbahn. Mein Großeltern hatten einen Terrier, der sicher zu einem Großteil auch dafür verantwortlich ist, dass ich manchmal mit Hunden nicht so richtig etwas anfangen kann. Er war der Ersatz für eine Floria, die von einem Auto überfahren war und der Fell als Läufer im Arbeitszimmer meines Großvaters lag. Gloria war ein fettleibiger fauler Hund, der die Treppen hoch getragen werden musste.

Ich denke, meinen Vater mochte er nicht so richtig. Ich bin auch nicht sicher, ob die Legende meiner Mutter stimmt,dass sie mich gezeugt haben, um heiraten zu können. Vielleicht war es doch eine Zwangsheirat, die so manches im Verhältnis meiner Eltern und vielleicht auch besonders im Leben meiner Mutter erklären könnte.

Mein Großvater starb 1976 infolge eines Schlaganfalls, nachdem meine Großmutter ihn noch einige Monate hatte pflegen müssen.

——————————————

Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Mein Vater

E0E8D267 041A 4117 9450 02B50B874F05.

Mein Vater, meine Schwester und ich

Mein Vater wurde am 19. Dezember 1927 in Pait, Ostpreußen, geboren. Soweit ich weiß, war dort ein Jagdgut von Hermann Göring, auf dem mein Großvater als Waldarbeiter beschäftigt war. Mein Vater entsprach außer der Körpergröße dem arischen Ideal eines blonden, blauäugigen Deutschen. Im zarten Alter von knapp 17 Jahren wurde er Mitglied der WaffenSS, nach Tschechien geschickt, er erlitt eine Schusswunde im Bein und geriet in amerikanische gefangenschaft.

Irgendwie kam er dann nach Lübeck, wo er an der Musikhochschule, Klarinette, Saxophon und Komposition studierte. Beim Geldverdienen, unter Musikern Mucke genannt, spielte er dann mit meinem Onkel, dem Bruder meiner Mutter, in Lübeck Tanzmusik, soweit ich weiß im Riverboat. Dort lernte er dann meine Mutter kennen.

Soweit ich weiß, mochten meine Großeltern ihn nicht. Aber trotzdem heiratete ihm meine Mutter am 1. März 1951. Und ich kam am 17. August 1951 auf die Welt. Nett wie sie waren, erklärte mir meine Mutter, dass sie mich gezeugt haben, um heiraten zu dürfen. Am 9. Dezember 1953 kam dann meine Schwester auf die Welt.

Mit zwei Kindern in einem Flüchtlingsheim in Lübeck und mit ein paar Mucken nebenbei langte dann das Gehalt als Musiker am Lübecker Stadttheater nicht mehr. Deshalb schloss mein Vater 1956 oder 1957 einen Zeitvertrag über acht Jahre mit der neu gegründeten Bundeswehr ab. Dieser Vertrag brachte uns auch eine Wohnung der Bundeswehr in Hamburg ein, so dass wir dann 1957 nach Hamburg-Horn umzogen.

Wie sahen unser Vater eigentlich nicht so oft, aber ich hatte einige persönliche Ereignisse, in denen mir sein Beruf besondere Erlebnisse bescherte. Damals wurde bei Spielen des Hamburger Sportvereins HSV im Stadion in der Pause und vor dem Spiel Musik gemacht, und dabei kam auch das Musikkorps 6 der Bundeswehr in Einsatz, bei dem mein Vater mit Klarinette und Saxophon aktiv war. Normalerweise wurde ich im Bus des Orchesters mitgenommen, aber einmal hatte ich dieses verpasst. Ich schlug mich dann weinend zum Stadion durch und die Ordner hatten Mitleid mit mir und begleiteten mich dann zum Orchester. Soweit ich weiß, war das ein Spiel zwischen dem HSV und Benfica Lissabon. Seitdem war ich Fan des HSV.

An Sonntagen war mein Vater unbrauchbar, denn am Samstag war der Haupttag, um als Musiker bei Tanzveranstaltungen Geld zu verdienen. Und am Sonntag drauf schlief er und das nicht ganz nüchtern. Ich musste in so manches mal davon abhalten, irgendwelche Schränke in der Wohnung als Toilette zu benutzen.

Mein Vater war auch anderen Frauen nicht abgeneigt, auch wenn ich ihn und meine Mutter einmal in eindeutiger Stellung im Schlafzimmer erwischt habe.

Meine Mutter starb früh, im Alter von knapp 52 Jahren im Jahre 1982. Ich erhielt den Anruf in Altona, nachdem ich ganz kurz zuvor in einer Kneipe meine spätere Frau kennen gelernt hatte. Vorher hatte ich ihr einen Zettel mit der Bitte um ein Wiedersehen in die Klingel Ihres Fahrrads gesteckt. Das kannte ich, ihre Adresse nicht. Natürlich fuhr ich sofort zu meinem Vater, wo ich noch die sagt Träger mit dem Sarg, die Treppe runtergehen sah

Etwas mehr als ein Jahr später rief mich mein Vater an, weil er mich treffen wollte. Bei diesem Treffen erklärt er mir, dass er eine neue Frau kennen gelernt hatte. Mit dieser war er dann einige Jahre zusammen, wobei er sich auch dort wahrscheinlich eher wie ein Pascha aufführte. Das führte dann auch zur Trennung und ich habe dann meinem Vater eine Wohnung in einem betreuten Wohnheim organisiert.

Dort feierte er dann auch seinen 75. Geburtstag, den Hanna, wenn sie davon erzählen will, denkwürdig fand.

Dann im 76. Lebensjahrkamn mein Vaterprobleme mit seiner Diabetes ins Krankenhaus in Hamburg. Ich habe ihn dort besucht, und an einem Tag ging es ihm sehr schlecht und ich dachte, das kann nicht mehr lange dauern. Ich rief meine Schwester an und sagte ihr, sie soll ins Krankenhaus gehen, wenn sie ihn noch einmal sehen möchte.

Am nächsten Tag starb er..

——————————————

Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Meine Großmutter

CAD21592 44D9 4B95 9F54 920548A76C13.

Ich ca. 1967 im von meiner Oma spendiertem Jacket

Gestern, am 17. November, war der 125. Geburtstag meiner Oma. Sie war für mich sicher eine der prägenden Figuren in meiner Kindheit.

Geboren wurde sie im Jahre 1900 als jüngstes Kind von, ich glaube, zehn Geschwistern. Diese hatte sie alle überlebt. In den 192ern heirate meinen Großvater mütterlicherseits. Im Jahr 1924 wurde ihr Sohn geboren und im Jahre 1929 meine Mutter. Damals lebten sie in Leipzig. Aber irgendwann im Laufe des III Reiches zog sie nach Breslau, heute Wroclaw. Was sie dort genau machen oder warum sie dort hingegangen sind, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass mein Großvater dort als Mitglied der Kriminalpolizei gearbeitet hat. Ich denke, was Gutes hat er dort nicht getan.

Irgendwie, ich weiß auch nicht wie, landete sie dann in Lübeck in einer Einliegerwohnung in einer Lübecker Randbesiedlung. Meine Eltern und wir lebten damals in einem Flüchtlingslager in Lübeck Blankensee, gelegen in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne. Darüber hatte ich bereits berichtet. Ich hatte eine enge Beziehung zu meinen Großeltern. Im Alter von sechs oder sieben bin ich aus Lübeck Blankensee mit dem Bus zu Ihnen gefahren – unbegleitet mit msteugen..

Später zogen wir nach Hamburg, aber die Beziehung zu meinen Großeltern bestand. Im Jahre 1959, da war ich fast neun Jahre alt ging ich mit ihnen auf eine Zeltreise nach Süddeutschland. Wir waren im deutschen Museum in München, im Odenwald, glaube ich habe ich gesehen, wie ein einheimischer eine Forelle mit Pfeil und Bogen geschossen hatte. Weiterhin waren wir, so glaube ich, in Idar-Oberstein, wo ich für meine Mutter eine Elfenbeinbrosche gekauft habe.

Später war ich neidisch auf meine Schwester, weil unsere Großmutter ihr immer wieder Kleidung schneiderte. Bis du mir irgendwann erklärte, dass sie keine Männerklamotten keine und mich mitnahm zu Hettlage und Lampe. Dort kaufte sie mir ein braunes Jacket mit schrägen Taschen, dass ich als voll modisch empfand.

Der Kontakt riss nie ab. Erst verlor sie ihren Sohn im Jahr 1974, er starb an Alkoholmissbrauch. Ein Schicksal für viele Musiker. 1976 sie ihren Mann, meinen Großvater. Und dann 1982 meine Mutter, ihre Tochter. Das war das Jahr, in dem ich meine erste Frau kennen lernte.

Ich besuchte sie immer noch regelmäßig, und sie war auch bei meiner Hochzeit 1986. Sie war damals schon im Heim, sie hatte sich den Arm gebrochen und musste aus ihrer Wohnung ausziehen. Meine damalige Frau und ich haben ihre Wohnung ausgeräumt und viele Stücke in unser damaliges Wochenendhaus in Lüchow-Dannenberg verbracht.

Ich besuchte sie regelmäßig noch im Heim und versorgte sie auch mit ihrem geliebten Weinbrand, von dem sie doch regelmäßig ein volles Glas zu sich nahm.

Bei meiner Hochzeit im Jahr 1986 war sie noch dabei. Ich erinnere mich, wie sie tapfer versuchte, das Hochzeitsmenü aufzuessen, weil sie es gelernt hatte, dass man Essen nicht liegen lassen darf.

Sie war schon ein wenig prägend für mich und ich glaube auch für unsere ganze Familie. Aber das sollte dann ein anderes Thema sein.

——————————————

Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Backwoche

Am letzten Montag hat auch Hanna ihre COVID-Impfung bekommen. Das war eine etwas längere Geburt. Eigentlich hatten wir geplant zusammen am 3. Oktober sowohl Grippe- als auch COVID-Impfung zu erledigen. Bei mir klappte das auch, aber Hanna fühlte sich nicht gut und musste deshalb absagen. Ihr neuer Termin war dann zwei Wochen später, da bekam sie dann die Grippeimpfung, aber der COVID-Impfstoff fehlte. Ein paar Tage später war der da, aber da sie die Grippeimpfung schon bekommen hatte, sollte sie länger warten, um dann den letzten Stoff zu bekommen. Beide Impfung geht, aber kurz hintereinander offensichtlich nicht. Das war dann Montag der Fall.

Dienstag und Mittwoch war dann den Backen gewidmet. Mein Standardbrot in der Regel ist ein Leinsamenbrot, aber ich hatte einmal Lust auf eine Abwechslung. Ich plante ein Roggenmischbrot mit Sauerteig, bei dem der Vorteig mindestens 14 Stunden reifen muss. Das lies mir Zeit, um andere Backprojekte zu verwirklichen.

Als erstes fiel die Wahl auf eine Rosinenstollen, den ich nach folgendem Rezept backte und mit ein paar Mandelblättchen verfeinerte. Auf Hannas speziellen Wunsch ließ ich den Puderzucker auf dem Stollen aus.

Stollen im Klarsichtfolie. Zwei Wochen Ruhezeit.

Hanna hatte dann Lust auf ein Früchtebrot. Die Zutaten waren am Vortrag geliefert worden und ich entschied mich für dieses Rezept. Als Früchte benutzte ich Datteln und Feigen. Die Wahl der Nüsse fiel auf Haselnüsse und Cashews. Auf dieser Kuchen muss etwas ruhen. Wir konnten ihn dann nach zwei Tagen probieren.

Früchtekuchen – einseitig etwas dunkler

Dann war auch das Brot fertig zum Backen Ein Sauerteig gemischt aus Roggen und Dinkel mit ein wenig Hefe zu Unterstützung und wen interessiert.: nach folgendem Rezept.

Roggenmischbrot lang und rund

Das lange Brot ist heute am Montag alle. Das runde muss dann heute aus dem Tiefkühler geholt werden.

Am Donnerstag bekamen wir eine Mail von der Biocompany, in der sie angekündigten ihren eigenen Shop zum Ende November aufzugeben. Danach könne mn  ihre Waren über Wolt beziehen. Für mich bedeutet das, dass eine Bezugsquelle wegfällt. Denn Welt, hat wie auch andere Lieferdienste einige nicht zu befürwortende Geschäftspraktiken. Wir müssen uns daher nach einem neuen Lieferanten für unser Biogemüse und -obst umsehen.

Der Donnerstag war auch Releasedate für Anno 117, die neueste Version der Simulation aus der Annoreihe. Hanna und ich lieben es nachmittags über unser hauaeigenes WLAN mit- oder gegeneinander zu spielen. Bis vor einigen Monaten war das die alte Version, Anno 1800, dazwischen haben wir dann ein anderes Spiel gespielt. Am Donnerstag haben wir das Spiel für Hanna gekauft, um es auf ihrem PC auszuprobieren. Das Spiel ist leider nicht für meinen Mac erschienen, so dass ich eine Streaming Lösung benutzen muss. Dazu benutze ich GeForce Now, eine Plattform von NVIDIA, die PC Spiele über ihre Server in Frankfurt streamt. Leider war das Spiel am Donnerstag dort noch nicht verfügbar, aber als es dann am Freitag in der Liste erschienen, kaufte ich auch diese Version und seit Freitag sind wir am Austesten dieses Spiels. Und es macht Spaß.

Und gestern erhielt ich ein wunderschönes Kompliment von hanna, in dem sie sagte, dass das Früchtebrot von mir das beste gewesen sei, was sie in ihrem Leben hatte.

Dieser Post erscheint erst heute am Montag, da aus persönlichen Gründen am Sonntagvormittag Manuela bei uns war, um uns unsere Wohnung zu richten. Die meisten meiner Sachen im Internet erledige ich mittlerweile per Spracheingabe, da nach dem Schlaganfall meine linke Hand nicht mehr so richtig will. Und da hilft es nicht viel, wenn andere Leute dazwischen sprechen.

——————————————

Die Netzschnippsel dieser Woche sind hier.

Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Woche der Veränderungen

Nachdem uns vor dem letzten Montag unser letzter Karte sehr beschäftigt hat, mussten wir dann für Montagabend die Tierärztin rufen, die ihn dann eingeschläfert hat. Vorher haben wir schlecht geschlafen und Gedanken gemacht, ob das richtig ist.

Am Dienstagmorgen habe ich noch darüber nachgedacht, ob wir uns dann vielleicht doch noch zwei ältere Kater holen und habe einen Fragebogen beim Tierheim Berlin ausgefüllt, ob sie uns zusagen würden, mit unseren 74 Jahren noch ein Kater aufzunehmen. Man muss aber bedenken, dass wir natürlich auch zum Beispiel ins Pflegeheim kommen können oder schlimmeres passiert und die Katzen dann wieder ins Heim zurück müssen oder am anderen Fall mir noch einmal durch den Schmerz durchgehen müssen, eine Katze einschläfern zu lassen.

Am Mittwoch hat dann unsere Manuela radikal alles weggeräumt, was für die Katzen in unserer Wohnung war. Damit war dann für uns letztlich auch die Entscheidung gefallen, keine Katzen mehr.

Dekoration - 1.

Vorher

Dekoration - 1 (1).

Nachher

Dekoration - 1 (1).Vorher

Dekoration - 1.Nachher

Am Donnerstag war Hanna bei der Hand- und Fußpflegerin unseres Vertrauens. Und jetzt haben wir für April nächsten Jahres eine Einladung zu einer türkischen Hochzeit mit voraussichtlich 600 Gästen. In den 1970er Jahren war ich in Hamburg schon einmal auf einer türkischen Familienfeier. Diese hatte viel weniger Teilnehmer in einer kleinen Altbauwohnung. Die Frauen saßen damals in einem Zimmer, die Männer in einem anderen. Ihr Kontakt zu der Familie, weil meine damalige Freundin, Kultur und Geschichte des vorderen Orients studiert hatte und damit auch Türkischkenntnisse besaß

.626971B7 765E 42C7 BE67 007846D843F3.

Blumenstrauß auf der Terrasse

im Sommer geht Hanna praktisch jeden Sonnabend auf den Markt am Boxhagener Platz. Neben Gemüse besorgt sie dort immer auch Blumen, die seit einer Zeit wegen längerer Haltbarkeit auf unserer Terrasse stehen. Im Winter geht das nicht immer so aus Wettergründen. Vor einiger Zeit habe ich entdeckt, das Knuspr,  unser bevorzugte Lebensmittellieferdienst auch Blumen anbietet. Und diese sind sehr guter Qualität. Die Lilien auf dem Bild zum Beispiel werden mit einem einem Schutznetz um die Blüten ausgeliefert, damit sie beim Transport keine Schäden erleiden.

——————————————

Die Netzschnippsel dieser Woche sind hier.

Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Tschüss, Peppi

Nun mussten wir unseren letzter Kater gehen lassen. Cooper ist tot. Zuletzt hat er nicht mehr gefressen, hat sich verkrochen, obwohl er dann immer wieder ankam, als ob er Hilfe von mir erwartete. Es ging ihm nicht gut. Heute habe ich gesagt: er würde gern, aber er kann nicht mehr.

Jetzt haben wir ein katzenlosen Haushalt. Trauriger Tag das.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »