Gegenwärtiges und Vergangenes

Autor: Axel (Seite 9 von 13)

Meine Großmutter

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Ich ca. 1967 im von meiner Oma spendiertem Jacket

Gestern, am 17. November, war der 125. Geburtstag meiner Oma. Sie war für mich sicher eine der prägenden Figuren in meiner Kindheit.

Geboren wurde sie im Jahre 1900 als jüngstes Kind von, ich glaube, zehn Geschwistern. Diese hatte sie alle überlebt. In den 192ern heirate meinen Großvater mütterlicherseits. Im Jahr 1924 wurde ihr Sohn geboren und im Jahre 1929 meine Mutter. Damals lebten sie in Leipzig. Aber irgendwann im Laufe des III Reiches zog sie nach Breslau, heute Wroclaw. Was sie dort genau machen oder warum sie dort hingegangen sind, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass mein Großvater dort als Mitglied der Kriminalpolizei gearbeitet hat. Ich denke, was Gutes hat er dort nicht getan.

Irgendwie, ich weiß auch nicht wie, landete sie dann in Lübeck in einer Einliegerwohnung in einer Lübecker Randbesiedlung. Meine Eltern und wir lebten damals in einem Flüchtlingslager in Lübeck Blankensee, gelegen in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne. Darüber hatte ich bereits berichtet. Ich hatte eine enge Beziehung zu meinen Großeltern. Im Alter von sechs oder sieben bin ich aus Lübeck Blankensee mit dem Bus zu Ihnen gefahren – unbegleitet mit msteugen..

Später zogen wir nach Hamburg, aber die Beziehung zu meinen Großeltern bestand. Im Jahre 1959, da war ich fast neun Jahre alt ging ich mit ihnen auf eine Zeltreise nach Süddeutschland. Wir waren im deutschen Museum in München, im Odenwald, glaube ich habe ich gesehen, wie ein einheimischer eine Forelle mit Pfeil und Bogen geschossen hatte. Weiterhin waren wir, so glaube ich, in Idar-Oberstein, wo ich für meine Mutter eine Elfenbeinbrosche gekauft habe.

Später war ich neidisch auf meine Schwester, weil unsere Großmutter ihr immer wieder Kleidung schneiderte. Bis du mir irgendwann erklärte, dass sie keine Männerklamotten keine und mich mitnahm zu Hettlage und Lampe. Dort kaufte sie mir ein braunes Jacket mit schrägen Taschen, dass ich als voll modisch empfand.

Der Kontakt riss nie ab. Erst verlor sie ihren Sohn im Jahr 1974, er starb an Alkoholmissbrauch. Ein Schicksal für viele Musiker. 1976 sie ihren Mann, meinen Großvater. Und dann 1982 meine Mutter, ihre Tochter. Das war das Jahr, in dem ich meine erste Frau kennen lernte.

Ich besuchte sie immer noch regelmäßig, und sie war auch bei meiner Hochzeit 1986. Sie war damals schon im Heim, sie hatte sich den Arm gebrochen und musste aus ihrer Wohnung ausziehen. Meine damalige Frau und ich haben ihre Wohnung ausgeräumt und viele Stücke in unser damaliges Wochenendhaus in Lüchow-Dannenberg verbracht.

Ich besuchte sie regelmäßig noch im Heim und versorgte sie auch mit ihrem geliebten Weinbrand, von dem sie doch regelmäßig ein volles Glas zu sich nahm.

Bei meiner Hochzeit im Jahr 1986 war sie noch dabei. Ich erinnere mich, wie sie tapfer versuchte, das Hochzeitsmenü aufzuessen, weil sie es gelernt hatte, dass man Essen nicht liegen lassen darf.

Sie war schon ein wenig prägend für mich und ich glaube auch für unsere ganze Familie. Aber das sollte dann ein anderes Thema sein.

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Backwoche

Am letzten Montag hat auch Hanna ihre COVID-Impfung bekommen. Das war eine etwas längere Geburt. Eigentlich hatten wir geplant zusammen am 3. Oktober sowohl Grippe- als auch COVID-Impfung zu erledigen. Bei mir klappte das auch, aber Hanna fühlte sich nicht gut und musste deshalb absagen. Ihr neuer Termin war dann zwei Wochen später, da bekam sie dann die Grippeimpfung, aber der COVID-Impfstoff fehlte. Ein paar Tage später war der da, aber da sie die Grippeimpfung schon bekommen hatte, sollte sie länger warten, um dann den letzten Stoff zu bekommen. Beide Impfung geht, aber kurz hintereinander offensichtlich nicht. Das war dann Montag der Fall.

Dienstag und Mittwoch war dann den Backen gewidmet. Mein Standardbrot in der Regel ist ein Leinsamenbrot, aber ich hatte einmal Lust auf eine Abwechslung. Ich plante ein Roggenmischbrot mit Sauerteig, bei dem der Vorteig mindestens 14 Stunden reifen muss. Das lies mir Zeit, um andere Backprojekte zu verwirklichen.

Als erstes fiel die Wahl auf eine Rosinenstollen, den ich nach folgendem Rezept backte und mit ein paar Mandelblättchen verfeinerte. Auf Hannas speziellen Wunsch ließ ich den Puderzucker auf dem Stollen aus.

Stollen im Klarsichtfolie. Zwei Wochen Ruhezeit.

Hanna hatte dann Lust auf ein Früchtebrot. Die Zutaten waren am Vortrag geliefert worden und ich entschied mich für dieses Rezept. Als Früchte benutzte ich Datteln und Feigen. Die Wahl der Nüsse fiel auf Haselnüsse und Cashews. Auf dieser Kuchen muss etwas ruhen. Wir konnten ihn dann nach zwei Tagen probieren.

Früchtekuchen – einseitig etwas dunkler

Dann war auch das Brot fertig zum Backen Ein Sauerteig gemischt aus Roggen und Dinkel mit ein wenig Hefe zu Unterstützung und wen interessiert.: nach folgendem Rezept.

Roggenmischbrot lang und rund

Das lange Brot ist heute am Montag alle. Das runde muss dann heute aus dem Tiefkühler geholt werden.

Am Donnerstag bekamen wir eine Mail von der Biocompany, in der sie angekündigten ihren eigenen Shop zum Ende November aufzugeben. Danach könne mn  ihre Waren über Wolt beziehen. Für mich bedeutet das, dass eine Bezugsquelle wegfällt. Denn Welt, hat wie auch andere Lieferdienste einige nicht zu befürwortende Geschäftspraktiken. Wir müssen uns daher nach einem neuen Lieferanten für unser Biogemüse und -obst umsehen.

Der Donnerstag war auch Releasedate für Anno 117, die neueste Version der Simulation aus der Annoreihe. Hanna und ich lieben es nachmittags über unser hauaeigenes WLAN mit- oder gegeneinander zu spielen. Bis vor einigen Monaten war das die alte Version, Anno 1800, dazwischen haben wir dann ein anderes Spiel gespielt. Am Donnerstag haben wir das Spiel für Hanna gekauft, um es auf ihrem PC auszuprobieren. Das Spiel ist leider nicht für meinen Mac erschienen, so dass ich eine Streaming Lösung benutzen muss. Dazu benutze ich GeForce Now, eine Plattform von NVIDIA, die PC Spiele über ihre Server in Frankfurt streamt. Leider war das Spiel am Donnerstag dort noch nicht verfügbar, aber als es dann am Freitag in der Liste erschienen, kaufte ich auch diese Version und seit Freitag sind wir am Austesten dieses Spiels. Und es macht Spaß.

Und gestern erhielt ich ein wunderschönes Kompliment von hanna, in dem sie sagte, dass das Früchtebrot von mir das beste gewesen sei, was sie in ihrem Leben hatte.

Dieser Post erscheint erst heute am Montag, da aus persönlichen Gründen am Sonntagvormittag Manuela bei uns war, um uns unsere Wohnung zu richten. Die meisten meiner Sachen im Internet erledige ich mittlerweile per Spracheingabe, da nach dem Schlaganfall meine linke Hand nicht mehr so richtig will. Und da hilft es nicht viel, wenn andere Leute dazwischen sprechen.

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Die Netzschnippsel dieser Woche sind hier.

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Woche der Veränderungen

Nachdem uns vor dem letzten Montag unser letzter Karte sehr beschäftigt hat, mussten wir dann für Montagabend die Tierärztin rufen, die ihn dann eingeschläfert hat. Vorher haben wir schlecht geschlafen und Gedanken gemacht, ob das richtig ist.

Am Dienstagmorgen habe ich noch darüber nachgedacht, ob wir uns dann vielleicht doch noch zwei ältere Kater holen und habe einen Fragebogen beim Tierheim Berlin ausgefüllt, ob sie uns zusagen würden, mit unseren 74 Jahren noch ein Kater aufzunehmen. Man muss aber bedenken, dass wir natürlich auch zum Beispiel ins Pflegeheim kommen können oder schlimmeres passiert und die Katzen dann wieder ins Heim zurück müssen oder am anderen Fall mir noch einmal durch den Schmerz durchgehen müssen, eine Katze einschläfern zu lassen.

Am Mittwoch hat dann unsere Manuela radikal alles weggeräumt, was für die Katzen in unserer Wohnung war. Damit war dann für uns letztlich auch die Entscheidung gefallen, keine Katzen mehr.

Dekoration - 1.

Vorher

Dekoration - 1 (1).

Nachher

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Dekoration - 1.Nachher

Am Donnerstag war Hanna bei der Hand- und Fußpflegerin unseres Vertrauens. Und jetzt haben wir für April nächsten Jahres eine Einladung zu einer türkischen Hochzeit mit voraussichtlich 600 Gästen. In den 1970er Jahren war ich in Hamburg schon einmal auf einer türkischen Familienfeier. Diese hatte viel weniger Teilnehmer in einer kleinen Altbauwohnung. Die Frauen saßen damals in einem Zimmer, die Männer in einem anderen. Ihr Kontakt zu der Familie, weil meine damalige Freundin, Kultur und Geschichte des vorderen Orients studiert hatte und damit auch Türkischkenntnisse besaß

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Blumenstrauß auf der Terrasse

im Sommer geht Hanna praktisch jeden Sonnabend auf den Markt am Boxhagener Platz. Neben Gemüse besorgt sie dort immer auch Blumen, die seit einer Zeit wegen längerer Haltbarkeit auf unserer Terrasse stehen. Im Winter geht das nicht immer so aus Wettergründen. Vor einiger Zeit habe ich entdeckt, das Knuspr,  unser bevorzugte Lebensmittellieferdienst auch Blumen anbietet. Und diese sind sehr guter Qualität. Die Lilien auf dem Bild zum Beispiel werden mit einem einem Schutznetz um die Blüten ausgeliefert, damit sie beim Transport keine Schäden erleiden.

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Tschüss, Peppi

Nun mussten wir unseren letzter Kater gehen lassen. Cooper ist tot. Zuletzt hat er nicht mehr gefressen, hat sich verkrochen, obwohl er dann immer wieder ankam, als ob er Hilfe von mir erwartete. Es ging ihm nicht gut. Heute habe ich gesagt: er würde gern, aber er kann nicht mehr.

Jetzt haben wir ein katzenlosen Haushalt. Trauriger Tag das.

Berufsleben – Teil 4: Tutech

Mein Mac mit Windows bei Tutech

Nach einem halben Jahr Nichtstun in Berlin beschloss ich im Somnmer 2002 Monica Schofield von der Tutech, zu kontaktieren, die ich auf dem Projektreffen für das Demos-Projekt kennengelernt hatte. Sie bot mir zunächst einen kleinen, freiberuflichen Auftrag an, bei dem es um die Entwicklung eines Systems für eine Website betreffend, logistischer Angebote und Quellen. Hier sollte ich entsprechende Datenstrukturen entwickeln und vorschlagen. Daraus entstand dann eurift.

Danach wurde ich angestellt, allerdings nicht fest, sondern mit Zeitverträgen, die von einem Monat bis zu drei Jahren galten. Eigentlich sollten solche Verträge nur projektbezogen möglich sein. Ausgestellt waren sie auch so. Trotzdem arbeitete ich meistens an mehreren verschiedenen Aufgaben gleichzeitig. Theoretisch hätte vielleicht ein Vorgehen von dem Arbeitsgericht einen unbefristeten Vertrag eingebracht.

Die Arbeit war allerdings interessant und wechselhaft. In BSKR ging es um die Zusammenarbeit zwischen Regionen in der Ostseeregion: Hamburg, Öresund und Helsinki. Über den Aufbau eines Marie-Curie-Netzwerks habe ich schon in diesem Post berichtet. Für LifeLongJoints habe ich den Forschungsantrag für ein Projekt zur Entwicklung von langen haltenden Hüftgelenksprothesen mit entwickelt. Ich habe die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern in Bezug auf die Teilnahme an europäischen Projekten beraten und habe dadurch Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg kennen gelernt. Nachdem Monica Schofield mich im Jahr 2002 gebeten hatte, sie bei der europäischen Kommission bei der Auswahl von Projektanträgen im Gesundheits- und IT- Bereich zu vertreten, habe ich mehrfach bis auch nach meinem Ausschalten aus dem Arbeitsleben als Gutachter für die europäische Kommission gearbeitet.

Mein letztes Projekt bei Tutech und in meinem Arbeitsleben überhaupt war ARTRAC. Hierbei ging es um die Entwicklung eines Radars für kleinere Fahrzeuge einschließlich der passenden Software zur Vermeidung von Kollisionen. Das entwickelte Radar wurde in einem VW Golf und in einem Fiat 500 eingebaut und erfolgreich auf den Testgelände von Volkswagen demonstriert.

Wer meine bisherige Beiträge sorgfältig gelesen hat, wird schon ahnen, was jetzt kommt. 21 Monate vor meinem Renteneintritt bekam ich keinen Vertrag mehr, weil die Tutech aus wirtschaftlichen Gründen konsolidiert werden musste. Diese Zeit wurde dann vom Arbeitsamt finanziert, dass mich aber durchaus in Ruhe gelassen hat, weil sie gesehen haben, dass mit einem Alter von 63+ wohl keine Jobvermittlung zu Stande kommen würde.

Als kleines Fazit meines Berufsleben kann ich sagen:

1. Ich habe alle westeuropäischen Länder im Laufe meines Berufsleben kennen gelernt. Außer Portugal, Liechtenstein, Andorra und San Marino. Dazu kamen Slowenien, Estland, Litauen und Israel.

2. Ich habe viele äußerst interessante spannende und vielfältige Fachgebiete kennen gelernt..

3. Ich habe den Firmen, bei denen ich gearbeitet habe, wohl nur Pech gebracht, denn alle Arbeitsverhältnisse endeten dadurch, dass die Arbeitgeber in wirtschaftliche Schwierigkeiten bis zur Pleite gerieten.

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Teil 1

Teil 2

Teil 3

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Berufsleben – Teil 3: Pixelpark

Oberbaumcity (Von Robert Grahn – HVB Immobilien AG, CC BY-SA 3.0)

Anfang 2000 war es, glaube ich, da bat mich ein Professor der TU Harburg zu einem Projektgespräch. Ich hatte vorher schon mit ihm Gespräche geführt und er bat mich dazu, obwohl die TUHH Innovation GmbH – später Tutech Innovation GmbH, eine Tochterfirma der technischen Universität, solche Projekte für die TU bearbeitete und auch die zuständige Vertreterin am Gespräch teilnahm. Das sollte später noch einmal für mich wichtig werden. Auch vertreten war die Pixelpark AG, ein Unternehmen der so genannten New Economy. 

Ich sprach den Vertreter der Firma an und hatte dann tatsächlich ein paar Wochen später ein Bewerbungsgespräch in der Oberbaumcity in Berlin-Friedrichshain. Das Gespräch lief erfolgreich und so trat ich am 1. Juli 2000 meinen Job in Berlin an.

Die Pixelpark AG hatte ein Abteilung namens Institute for Media Development, die, was auch sonst, europäische Projekte durchführte. Die Hauptprojekte drehten sich um Internetfernsehen, das damals zunächst einmal für professionelle Anwendungen angedacht war. Es gab ein Bankenprojekt, bei dem ich dann irgendwann die Aufgabe hatte, den Partner mitzuteilen, dass Pixelpark aus dem Projekt ausscheiden würde, und DEMOS, durch das ich auf Pixelpark aufmerksam geworden war. Interessanterweise steht die Pixelpark nicht mehr in der Partnerliste, weil sie dort offensichtlichauch vor Projektende ausgeschieden waren. Eine kleine, interessante Tatsache: aus dem Projekt ging tatsächlich eine Firma hervor, die dann auch aus Hamburg nach Berlin in die Nähe vom Alexanderplatz zog: DEMOS. DEMOS bietet an, über interaktive Software Planungsprozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Der Ausflug in den Neuen Markt war schon irgendwie seltsam. Es gab viel Geld zu verbrennen, obwohl die Firma nie richtig Gewinn gemacht hatte. Die Bertelsmann AG hatte kräftig investiert und diese Investitionen wieder aufgegeben, weit nach meiner Zeit. Es wurden rauschende Partys gefeiert, zum Beispiel im Club Matrix, der nur für die Firma gebucht wurde. Zu Hochzeiten beschäftigte Pixelpark 1200 Mitarbeiter. Aber schon ab Ende des Jahres 2000 begann ein Prozess, bei dem nach und nach Arbeitsplätze abgebaut wurden. Später bekam ich sogar Aktienoption und wurde für kurze Zeitleiter des Instituts. Mich traf es dann Ende Januar 2002 und ich bekam über das Arbeitsgericht noch eine gute Abfindung und war dann über ein halbes Jahr arbeitslos. 

Zunächst wohnte ich für zwei oder drei Monate in der Wohnung einer Freundin meiner damaligen Partnerin und mietete dann eine kleine möblierte Wohnung in der Pfarrstraße in Lichtenberg. Genau zum Zeitpunkt meiner Kündigung zog ich mit Hanna in eine Wohnung in der Simon-Dach-Straße in Friedrichshain

Der dritte Arbeitgeber brachte mich also nach Berlin. Ironischerweise brachte mich der nächste Job wieder nach Hamburg. Die Wohnung mit Hanna in Berlin behielt ich allerdings.

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Berufsleben – Teil 2: ARTTIC

My New Old Apple Macintosh SE/30 Computer

Als absehbar war, dass Stollmann sich diese Forschungsprojekte nicht mehr leisten könnte, beziehungsweise ein Konkurs nicht unausweichlich schien, begann ich, mich nach anderen Jobs umzugucken. Zunächst mach ich das ganz klassisch über Stellenanzeigen und bekam auch einige Bewerbungsgespräche. Das war um 1989/1990. Also ich war knapp 40 Jahre alt.

Aus diesem Bewerbungsgesprächen wurde nichts. Ich erinnere mich, dass ich an der Fachhochschule Berlin soweit kam, eine Probevorlesung zu halten. Ich machte das zum Esprit Projekt BWN, dass wir im letzten Post kennen gelernt haben. Kam wohl nicht so gut an. Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich ein Gespräch bei der Heidelberger Druckmaschinen AG, das Thema war strategische Businessplanung. Um das gleiche Thema ging es bei einem Bewerbungsgespräch, dass für mich relativ exotisch rüber kam. Es handelt es sich um einen Münchner Unternehmen, das im Rüstungsbereich  tätig war und jemanden suchte, der das Unternehmen in der strategischen Ausrichtung auf normale, kommerzielle Produkte unterstützte. Irgendwie habe ich einen Spruch aus dem Gespräch in Erinnerung: „wir können in Zukunft doch keine Klodeckel für 750 DM verkaufen”. Auch wenn dieser Spruch nicht in diesem Zusammenhang gefallen ist, ging es bei dem Gespräch um ähnliche Ansätze.

Irgendwann traf ich einen in Frankreich lebenden deutschen, der auch im Bereich europäische Forschungsprojekte tätig war und in Paris, Inhaber oder Teilhaber einer kleinen Beratungsfirma namens ARTTIC war. Das hpasste zu mir wie die Faust aufs Auge zu dem, was ich vorher getan hatte. Nach einem Gesprächen beschlossen wir zusammen zu arbeiten und gründeten jeweils zur halben Teil die ARTTIC Hamburg GmbH. Es gab entsprechende quasi Einmannfirmen auch in Turin und Brüssel. Ich kaufte also meinen erste eigenen Geschäftscomputer einen Mac SE 4/40, die Zahlen standen für 4 MB Hauptspeicher und eine Festplatte von 40 MB. Als Büro nutzte ich nach der Trennung von meiner Frau zunächst die Wohnung meiner Freundin, die zu mir zog und dann mietete ich ein, zwei Räume in Untermiete bei einer Versicherungsagentur.

Zum Geschäft bekam ich Beratungsaufträge zur Betreuung der Projekte REX  und FASST, die ich bei Stollmann zurückgelassen hatte. Dazu kam dann erst mal kleinere Jobs. Zum Beispiel hatte ich Anfang der Neunzigerjahre etwas sehr Exotisches zu tun. Ich musste für ein Handbuch über Kommunikationsprojekte die Texte in HTML übersetzen. Das passierte voll händisch, ohne entsprechenden Editor, eine echte Pfriemelarbeit. Ein zweiter Auftrag war sozusagen als Gutachter verschiedene nationale Punkte aus dem Programm Jugend für Europa zu begutachten und der Kommission über die lokale Arbeit zu berichten. Aus Jugend für Europa hat sich dann später unter anderem das ErasmusProgramm entwickelt. Begutachtet habe ich damals, wenn ich mich recht erinnere, die Stützpunkte in Oslo, Helsinki, Kopenhagen, den Niederlanden und in Deutschland.

Außerdem habe ich an zwei Anträgen für den Metropolitan Police Service in London federführend gearbeitet und beide waren erfolgreich. Zum einen das Projekt GRASP, bei dem es um die Entwicklung eines Datenbanksystems für gestohlene Kunstgegenstände ging. Dieses Projekt habe ich dann auch in der Durchführung begleitet. Das weitere Projekt war attached, dass sich mit der Einführung von öffentlichen Informationskiosken befasste, die unter anderen auch Kontakt zur Polizei ermöglichen sollte.

Weiter erinnere ich mich an Anträge, die ich erfolgreich für Siemens, München, bearbeitet habe, unter anderem einen für die Entwicklung optischer Sensoren zur Erkennung von Hautkrebs. Aber das Gedächtnis wird löcherlich. Ich kann mich nicht mehr an den Namen des Projektes erinnern.

Ich bin kein guter Verkäufer, oder hatte Schwierigkeiten, unsere recht teuren Dienste im Forschungsbereich an den Mann oder die Frau zu bringen. Und irgendwann fing dann ARTTIC an, selber Projekte zu machen und versuchte Schulungsunterlagen zum Projektmanagement in einem Forschungsprojekt zu erstellen. Unsere Hamburger Firma war da als Subunternehmer zu der Pariser beteiligt und es gab Schwierigkeiten mit der Bezahlung. Als Subunternehmer bekam man 100 % aber der Hauptauftragnehmer bekam nur 50 % Förderung. Ich steckte dir dann wieder in der gleichen Falle wie zum Schluss bei Stollmann. Eine glimpflich ausgegangene Steuerprüfung besiegelte dann das Geschäftsmodell für ARTTIC Hamburg.

Gegen Ende der neunziger hat mich ein Hamburger Professor der TU Harburg gebeten, ihn bei einer Projektsitzung zu unterstützen. Bei dieser lernte ich dann meine nächsten beiden Arbeitgeber kennen.

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