Gegenwärtiges und Vergangenes

Autor: Axel (Seite 12 von 19)

Zwei Wochen nach Weihnachten

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Weihnachten ist vorbei und wie man sieht, ist der Baum abgeschmückt. Es ist ein Mietbaum und wird heute abgeholt, wenn alles wie angekündigt klappt. Wir haben zwei ereignisreiche Wochen hinter uns.

Am montag, den 29. kamen Natascha, Nadya und Sean aus Kanada zu uns zu Besuch. Natascha und Nadya sind Hannas und damit auch meine Nichten und Sean ist Nataschas Mann. Am Morgen hatte ich mit Manuela Bettwäsche in die Wohnung gebracht, die uns gegen einen günstigen Preis von einer Nachbarin in einer anliegenden Straße zur Verfügung gestellt worden war.

Nach viel quatschen machen Sie sich die drei am Dienstag erst einmal auf dem Weg und dann, als sie zurück waren, ging es in einem Großraumtaxi zum Reichstag, um bei Käfer zu essen. Das habt ihr eventuell schon hier nachgelesen. Am Silvesterabend haben die Nichten uns alle bekocht, es gab Filet Wellington mit einigen Beilagen, darunter auch Garnelen. Sozusagen Surf and Turf. Die drei sich gegen elf auf die Straße bekam, hielten wir noch ein Nickerchen vor Mitternacht. Großes Geböller wie immer in Berlin und sie kamen auch sehr erstaunt zurück.

Donnerstag macht der Hanna dann ihren bekannten Eisbeinauflauf, am Freitag, dann Natascha Spaghetti mit ihrer Sauce, eine Variante von Alfredo. Dazwischen packen alle an und sollen säuberten die Küche gründlich einschließlich der Wände konnten vieles um und am Wochenende ging auch Nadya noch durch den Rest der Wohnung.

Natascha und Sean dagegen reisten am Samstagmorgen ab, um über Dublin nach Kanada zu fliegen. Leider hatten sie aufgrund des Schnees in Berlin. Pech verpassten ihren Anschlussflug in Dublin und mussten dann bis Montag warten, bis sie früh eine Verbindung von Dublin über London Heathrow nach Toronto bekam.

Nadja blieb am Samstag noch da und verbrachte einige Zeit damit, zusammen mit Hanna alte Bilder über den Fernseher anzuschauen. Sonntag besuchte sie die neue Nationalgalerie und flog dann auch am Montag über Dublin zurück nach Toronto. Wir benutzen die Montag dann ein wenig dazu auszuruhen. Weil, Besuch ist sehr schön kann aber auch anstrengend sein.

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Ich weiß nicht, ob es das Sauerkraut war am Donnerstag oder was auch immer, aber es kündigte sich mit Durchfall ein heftiger Schub meiner Colitis an, der sich dann am Dienstagabend in einem sehr blutigen Stuhlgang niederschlug. Hat mich beunruhigt und ich hatte mich gefragt, ob ich damit warten könne, bis am nächsten Tag mein Gastroenterologe Sprechstunde hätte. Sicherheitshalber habe ich kassenärztlichen Notdienst angerufen und meine Symptome geschildert und die meinten ich könne nicht bis zum nächsten Tag warten, sondern müsste sofort in die Notaufnahme. Ich also ins Taxi und in mein gastroenterologisches Krankenhaus gefahren, in das virchow, Klinikum der Charité.

Nach 1 Stunde Wartezeit kam ich um 21:00 Uhr dran, es wurde Blut abgenommen und dann darauf gewartet, dass die Ergebnisse kommen. Während dessen hing ich am Monitor und konnte mein Blutdruck und die Sauerstoffsättigung nachvollziehen (beides übrigens okay obwohl ich sämtliche Blutdruckmedikamente Anfang Dezember abgesetzt hatte nach Absprache mit meinem Arzt).

Dann ging es stündlich so, dass gesagt wurde, ich sollte nach Hause kommen, aber man müsse noch einmal meine Hämoglobinwerte überprüfen. Natürlich sagte ich Hanna Bescheid, es war etwa 0:30 Uhr. Und dann kam sie wieder nach 1 Stunde, noch einmal Hämoglobin überprüfen. Und dann noch mal. Kurz nach 3:00 Uhr morgens meinten sie dann ich könnte nach Hause fahren und sollte am nächsten Tag meinen Gastroenterologen für das weitere Vorgehen kontaktieren. Kurz bevor ich mit dem Taxi zu Hause war, war Hanna schon total beunruhigt und schickte mir eine Nachricht, ob ich noch nach Hause käme, die ich durch das Klingeln an der Tür beantworte.

Noch meine E-Mail. Am nächsten Tag rief mich mein Gastroenterologe nachmittags zurück und wie besprachen das weitere Vorgehen. Ersetze mir ein neues Biologicum auf meine Karte und sagte mir, ich solle wieder eine Cortisontherapie machen. Mache ich ungern, weil das mein Zuckerspiegel unnötig erhöht. Aber was soll es? Ich werde diesmal mit Insulin dagegen arbeiten.

Samstag hatte ich alle Sachen beisammen und nach dem ersten Prednisolon Tabletten bessert sich die Lage langsam.

Am Samstag hat Hanna dann ihren Probetermin mit ihrem hoffentlich zukünftigen Tagesdackel Emil. Es lief wohl alles gut, er fühlte sich wohl bei uns und auch ein Probespaziergang war offensichtlich erfolgreich. Am nächsten Samstag wird dann statt Herrchen auch noch Frauchen kommen, um die Lage in Augenschein zu nehmen. Hanna ist zuversichtlich

2025

Wie war2025 auf einer Skala von 1-10?
So schlecht war es nicht. Auch wenn ich kurz im Krankenhaus war, wegen Vorhofflimmern. Zwei Tage, eine Katheteruntersuchung des Herzens. Das Vivantes Klinikum Friedrichshain. Wollte noch irgendwas veröden im herz, was ich aber nach Rücksprache mit meinem Arzt abgelehnt habe. Seitdem nehme ich ein paar heftige Blutverdünnung, aber ansonsten geht es mir gut. Es gab einige Highlights und auch einige Tiefen. Also insgesamt würde ich sagen eine 6-7.

 
Zugenommen oder abgenommen?
Eindeutig abgenommen. Seit ich Intervallfasten mache, d.h. für 14 Stunden nichts essen,, ist mein Gewicht um etwa zehn Kilo gesunken. Und das war vor dem Schub, den mir meine Colitis in diesem Jahr bereitete.
 
Haare länger oder kürzer?
Mal so mal so. Ich lasse sie mir auf 6 mm schneiden und dann wachsen wir wieder bis auf 2 oder 3 cm, dann geht das ganze von vorne los.
 
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kann ich nicht sagen, das wird sich beim jährlichen Augenarztbesuch Anfang des Jahres zeigen.
 
Mehr Geld oder weniger?
Das ist gleich geblieben, Rente und Pension verändern sich eigentlich nicht grundlegend.
 
Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, mehr für Lebensmittel und kleinere Sachen. Dazu ein neues Smartphone und ein Computer für Hanna, der auch diese Tage kommen sollte. Der Computer war schon am 30. auf dem Zustellfahrzeug, konnte aber nicht geliefert werden. Heute am 2. Januar ist es wieder auf dem Zustellfahrzeug. Mal sehen.
 
Die teuerste Anschaffung?
Das dürfte das neue Mobiltelefon gewesen sein.
 
Das leckerste Essen?
Da gibt es zwei Kandidaten. einmal das Essen im Rutz Zollhaus am Kanal in Kreuzberg. Das andere im Zum Heiligen Teufel am ersten Weihnachtstag.
 
Das beeindruckendste Buch?
Ich gestehe, dass ich in diesem Jahr kaum gelesen habe, jedenfalls nicht im Buch. Bei einen  bin ich in der Mitte stecken geblieben, obwohl es mich durchaus interessiert hat. Aber seitdem ich nicht mehr wöchentlich mehrere Stunden auf der Bahn bin, komme ich nicht dazu, weil mir die Zeit gemeinsam mit Hanna wichtiger ist. Und dazu lese ich morgens Vormittag gerne mein Internet leer.
 
Der ergreifendste Flm?
Im Kino war ich nicht, und im Fernsehen erinnere ich mich, nicht, einen angreifenden Film gesehen zu haben.
 
Die beste Serie?
Plur1bus, Slow Horses
 
Die beste CD?
Ehrlich gesagt, habe ich in diesem Jahr kaum Musik gehört. Wenn dann ein wenig gestreamt, CD gab überhaupt nicht vor.
 
Das schönste Konzert?
Live, gar keins, auf ARTE, war das Konzert in der Columbiahalle von Tocotronic sehr schön.
 
Die meiste Zeit verbracht mit…?
Lesen, hauptsächlich am Computer. Und beim Annospielen mit Hanna. Und streamen, Mediatheken, Netflix, Apple TV und seit neuestem Disney+.
 
Die schönste Zeit verbracht, mit…?
Eindeutig Hanna. Darüber hinaus die Leute beim Prenzler Treffen in der Heide, mit den kanadischen Nichten über Silvester und die Treffen mit den alten Schulfreunden in Hamburg oder Berlin.
 
2025 war mit einem Wort?
unterdurchschnittlich

Restaurant Käfer im Reichstag

 

Nachtbild auf dem Reichstagdach mit der Europafahne

Wir haben zur Zeit drei Gäste aus Kanada, die uns dann gestern in das Restaurant Käfer auf dem Dach des Reichstags eingeladen haben. Ist wahrscheinlich eines der best gesicherten Restaurants, mit Kontrolle der Personalien und durch leuchten von Jacken und Menschen. Leider hatte unsere Nichte nicht ganz die korrekten Daten für uns angeben: bei Hanna war der Vorname falsch. (Hanna ist die Kurzform ihres tatsächlichen Namens) und das Geburtsdatum, und auch bei mir war das Geburtsdatum verkehrt. Deswegen wurden unsere Personaleinreise erst einmal an die Polizei weitergereicht, die erst prüfen musste, ob wir rein dürften.  Nachdem dann die fehlenden oder falschen Daten fein säuberlich in die Liste eingetragen wurden, durften wir dann auch durch die Sicherheitskontrolle. 

Die Gäste für das Restaurant werden dann an den Containern der Eingangskontrolle abgeholt, meistens in größeren Gruppen. Wir haben aber gesonderte Geleit bekommen an einen gesonderten, barrierefreien Eingang, da wir erkennbar mit Gehstöcken bewaffnet waren. Die Location ist natürlich einmalig mit einem Rundblick über ganz Berlin, von dem man allerdings im Dunkeln nur die Beleuchtung mitbekommen hat. Ich saß auf einem Platz mit Blick auf die Europa Fahne.

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Das Essen war meistens in Ordnung. Allerdings ist es mir noch nie passiert, dass nicht nur ich, sondern alle einen Gang als schlecht gekocht zurück gehen ließen. Dabei handelte es sich um einen gekochten Stör, bei dem auch die zweite Lieferung nicht so doll war.

Gut waren allerdings die Getränke. Die Weinkarte bestand komplett aus deutschen Weinen, wobei sie laut Webseite einzig Champagner als Ausnahme haben. Meinetwegen bräuchten sie auch die nicht zu machen. Es gibt mittlerweile sehr gute deutsche Schaumweine.

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Die Rückfahrt im Großraum Taxi, wobei es mich beim eEnsteigen flach gelegt hat, ich habe aber keinerlei blauen Flecken oder Schaden erlitten. Dafür gestaltete sich die Fahrt sehr fröhlich bei lauter Musik.

Die Weihnachtswoche

Weihnachtswoche - 1.

Am letzten Sonntag war unsere Manu das letzte Mal bei uns. Jetzt müssen wir bis ins neue Jahr warten, bis sie wieder zu uns kommt.

Am Montag dann die letzte Lieferung vor Weihnachten. Wir haben uns entschieden noch die letzten Reste der gefüllten Paprika zu essen. Im Laufe des Tages bekam ich die Nachricht, dass meine Päckchen an meine Schwester und meine Nichte geliefert worden. Ich bin gespannt, ob ich eine Reaktion bekomme.

Weihnachtswoche - 1.

Heiligabend wollten wir eigentlich Würstchen mit Kartoffelsalat essen, hatten aber dann für den zweiten Weihnachtstag Schnitzel bestellt und Hanna meinte, dass man sie doch eher schnell essen sollte, anstatt sie für zwei oder drei Tage einzufrieren. Also gab es ostpreußischen Kartoffelsalat und ein Schweineschnitzel. Leider hat bei meinem letzten Panade nicht ganz gut gehalten, aber beides schmeckte super

Am ersten Weihnachtstag hatten wir unseren geplanten Besuch im Heiligen Teufel, den ich schon hier beschrieben habe. Leider gab es zwei Sachen, die den nächsten Tag stark bestimmt haben: zum einen war Hanna gestürzt und hatte am folgenden Tag starke Knieschmerzen. Zum anderen hatte sie in der Euphorie der guten Laune ein ganz klein wenig zu viel Wein getrunken, weswegen sie dann am nächsten Tag nicht nur Knie, sondern auch Kopfschmerzen hatte. Deshalb machte sie einen Ruhetag und ich gesellte mich nach ein paar Stunden zu ihr, und wir verbrachten den Rest des Tages mit Bingen.

Gestern war dann alles wieder okay, wir machten Reste essen und müssen den Tag ruhig angehen. Über alle Tage der Woche habe ich nichts gehört von meiner Schwester und ihrer Tochter was mein Geschenk angeht. Ich muss mich also von dem Zweig der Familie wahrscheinlich verabschieden. Dafür erwarten wir morgen Hannas Nichten mit Ehemann, die über Silvester für ein paar Tage bei uns bleiben werden. Dazu hatten wir in der Umgebung eine Wohnung organisiert.

Hanna hat übrigens in der Zwischenzeit ein Foto geschickt bekommen von dem Dackel, den sie wohl ab Januar als Tageshund begrüßen können wird.

Zum Heiligen Teufel

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Ich treffe mich zwei bis dreimal im Jahr mit Schulfreunden aus der Kirchenpauerschule in Hamburg. Seit einiger Zeit versuchen wir, das abwechselnd in Hamburg und Berlin zu machen. Vor knapp drei Jahren habe ich ein Restaurant gesucht und ein italienisches Restaurant gefunden, das mir ansprechend erschien. Da ich online reservieren, muss ich bei der Reservierung meine E-Mail-Adresse angeben. Deshalb bekam ich kurz vor Weihnachten eine E-Mail mit dem Hinweis, dass das Restaurant ein Weihnachtsessen veranstaltet.

Also buchte ich für Hanna und mich Plätze zum italienischen Weihnachtsessen am ersten Weihnachtsfeiertag im Restaurant Zum Heiligen Teufel. Das Menü sah vielversprechend aus, und nach der Ankündigung hoffte ich auf einen langen Tisch mit vielen Leuten, die sich die Vorspeisen teilten.

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Leider war diese Vorstellung verkehrt, wir hatten dann unseren Zweiertisch zugewiesen bekommen. Aber die Tische waren nah genug beieinander, so dass wir mit unseren Tischnachbarn in sehr schöne Gespräche kamen. Sowohl Essen als auch Wein waren gut und wir haben die 4 Stunden, die das Essen dauerte, sehr genossen. Auf Fotos vom Essen verzichte ich hier, einige habe ich schon als Status bei WhatsApp gepostet.

Für Hanna gab es noch eien Extrabonus im Restaurant. Offensichtlich war es als hundefreundlich bekannt, so dass fünf Hunde während des Essens im Lokal waren und vier davon an unseren Nachbartischen. Hanna hat sich natürlich als Hundeflüsterin mit den Hunden angefreundet, und so kann es sein, dass demnächst der eine oder andere Dackel bei uns abgeliefert wird, damit Hanna ihm als zu Tageshund betreuen kann.

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Eine Bracke

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Einer der Dackel

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Wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Man darf auch kommentieren, das würde mich freuen.

Aus der Blogosphäre (2)

Symbolbild von Freepik

Nach einem Monat mal wieder ein paar Ausschnitte aus den Blogs, die ich lese.

Felix Schwenzel blickt zurück auf seine Hochzeit auf seine Hochzeit in Las Vegas. Laut Beitrag sollte die Hochzeit aus steuerlichen Gründen noch kurz vor Jahresende stattfinden und da blieb nur Las Vegas. Ich frage mich dabei, wie groß die Steuererstattung für das Jahr gewesen sein muss, damit sich eine Reise für zwei Personen nach Las Vegas inklusive Hotelaufenthalt lohnt.

Claudia Klinger beschreibt ihren Besuch auf dem Flohmarkt am Boxhagener Platz am vierten Advent. Es ist nicht so ihr Ding und ich denke, da stimme ich mit ihr über ein. Wir waren vielleicht ein oder zweimal dort in den gut 20 Jahren, in denen wir jetzt hier leben. Aber dazu muss ich’s raten, dass Flohmärkte generell nicht (mehr) mein Ding sind.

Max Buddenbohm sinniert über Namensgebung in seinem Viertel. Ich kenne dieses Viertel auch ganz gut. Als Junge habe ich immer den Umweg über den Hauptbahnhof gemacht, um dort für 0,50 DM von meinem Taschengeld Pommes Frites zu kaufen. Und zu Beginn meiner Arbeit in Hamburg von Berlin aus habe ich im Steindamm immer ein kleines Hotel gebucht, weil es das günstigste war. Und vor kurzem war ich mit Hanna auch in einem Hotel am Steindamm. Deshalb ist das folgende Zitat ganz interessant.

Der parallel zur Langen Reihe liegende und ganz anders geartete Steindamm …

[Exkursbeginn. Um zur Abwechslung etwas vollkommen ernst zu meinen: Wenn Sie als Touristin oder Tourist nach Hamburg kommen sollten, machen Sie Ihren Besuch doch bitte zum Bildungsurlaub und gehen Sie einmal die Lange Reihe auf und ab, nur um direkt danach den Steindamm auf und abzugehen. Zwischen diesen beiden Straßen liegen nur ein paar Schritte, aber die Unterschiede in den Erlebniswelten sind krass unglaubwürdig, wenn man es nicht selbst gesehen hat.

Es ersetzt ein Soziologieseminar, ach was, ein ganzes Semester, sich diese beiden so strikt getrennten Stadträume geistig einzuverleiben. Man muss genau diese beiden Straßen verstehen, um auf einmal sehr viel von unserer Gesellschaft zu verstehen. Sie haben auf der Langen Reihe den zur Szene und zum Hipster gewordenen WEIRD-Bias (Sie erinnern sich vielleicht noch, Western, Educated, Industrialized, Rich, and Democratic). Sie haben auf dem Steindamm dagegen eine merkwürdig andere Kulisse und eine vollkommen andere Statisten-Schar – als habe man „Migration“ auf einer Freilichtbühne überspitzt und seltsam überzeichnet darstellen wollen.

Also noch einmal, es ist ausdrücklich kein Scherz, besuchen Sie doch bitte einmal genau diese beiden Straßen. Sehen Sie genau hin – and please mind the gap. Exkursende.]

Der Siebte Tag, den ich als Newsletter abonniert habe, beschreibt den Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland in Bezug auf Grenzkontrollen bei einem Besuch in Straßburg. Das gibt ein gutes Bild bezüglich Dobrindt-Deutschland.

Auf der Fahrt zurück der übliche Downer: die rituelle Grenzkontrolle durch die Bundespolizei – 20 Minuten Dobrindt-Pause für den schnellen Zug. Es gibt sie nur auf der Fahrt in die deutsche Richtung, Frankreich macht beim Rückfall hinter Schengen nicht mit. Kein Attentat der letzten Jahre hätte so verhindert werden können, es ist ein zeitgenössisches Theater der Sicherheit, in dem die Bundesrepublik ihre Fähigkeit zum europapolitischen Rückwärtsgang demonstriert. Genau in die falsche Richtung, dafür mit Schmackes.

 

So ist derzeit auf vielen Feldern: Rückwärts statt vorwärts. In Straßburg, der alten Hauptstadt des Humanismus, kennt man aber die Logik der Dialektik: Kein Zustand währt ewig und mitten im Alten beginnt schon das Neue.

Wir lieben es nicht, wenn bei Serien jede Woche eine Folge herauskommt, deswegen warten wir meistens bis das Ende absehbar ist. Ein Grund dafür wird in diesem Artikel beschrieben. Bei Plur1bus gibt es aber dann morgen die letzte Folge und wir können dann den Rest bingen.

 

Und dann noch einmal Max Buddenbohm, der zum Jahresende die Taschen seiner Jacketts und Mäntel leert und verblüffende Funde macht. Das könnte bei mir auch passieren. Allerdings wird man bei mir keine Autoschlüssel finden, ich habe mein letztes Auto vor etwa 25 Jahren abgeschafft und auch CarSharing mache ich seit gut fünf Jahren nicht mehr. Es gibt ja Taxis und den ÖPNV.

 

 

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